Drei Jahre Flüchtlingshilfe Alftal

Ehrenamt : Flüchtlingshilfe Team Alftal: Eine Arbeit, die sich lohnt

Seit drei Jahren sind ehrenamtlich tätige Frauen und Männer in der „Flüchtlingshilfe Team Alftal“ aktiv.

„Wir sind für die Kinder  so was wie Oma und Opa.“ Oma, das ist die 59-Jährige Margit Wagner aus Bengel, der Opa ist ihr Ehemann Hans-Günther (65) Ihre „Enkel“ kommen aus Syrien - drei Mädchen im Alter von drei, fünf und sieben Jahren und ein kleiner Junge, der jetzt anfängt zu laufen.

Margit Wagner ist eine von 14 Frauen und Männer, die in der Flüchtlingshilfe „Team Alftal“ aktiv sind.

Seit drei Jahren gibt es diese Initiative. Margit Wagner betreut eine sechsköpfige Familie. Manchmal  fährt sie täglich von Bengel nach Bausendorf, wo die Familie wohnt, manchmal ein- zweimal die Woche. „Es gibt immer etwas  zu tun“, sagt die 59-Jährige. „Wenn ich komme, sichte ich zuerst die Post. Es sind  Briefe dabei von Behörden von der Schule, die bearbeitet werden müssen. Sie telefoniert, fragt nach, versucht Probleme gleich zu lösen. . Zusammen eine Tasse Tee trinken, mit den Kindern spielen und plaudern -  das  gehört auch dazu.  In diesen  Tagen hat sie zusammen mit dem Vater der  Kinder  eine Bewerbung losgeschickt.. Die Firma Dr. Oetker in Wittlich sucht Lagerarbeiter. Der Mann kann Gabelstapler fahren, denn bereits in seinem Heimatland hat er diesen Beruf ausgeübt.

„Es macht mir Freude zu sehen, wie sich die Familie langsam in unserer Gesellschaft integriert“, sagt Margit Wagner. DIe Kinder können schon recht gut Deutsch sprechen und auch bei den Eltern klappt es immer besser. Margit Wagner: „Inzwischen können wir auch miteinander telefonieren.“

Sprecher der Flüchtlingshi lfe „Team Alftal“ ist Ossi Steinmetz aus Bausendorf. Er betreut  selbst keine Famile kümmert sich aber um die ganze Organisation. Er hält Kontakt mit der Verbandsgemeindeverwaltung Traben-Trarbach und der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich. Einmal im Monat trifft er sich mit den Betreuern, um Probleme zu besprechen, über eine WhatsApp-Gruppe ist man  täglich in Kontakt.

Betreut  werden Flüchtlinge in den  Orten Bengel,.Kinderbeuern, Bausendorf und Hontheim. Derzeit leben dort 47 Flüchtlinge, die meisten kommen aus Syrien.

Die Helfer haben in der ersten Zeit auch selbst Sprachkurse angeboten, Jetzt laufen diese unter anderem über die Volkshochschule oder dem DRK.

„Es sind überwiegend Familien mit mehreren Kindern, die hier leben“, sagt Steinmetz. „Wir helfen zum Beispiel bei der Möblierung der Wohnung. Viele  Nachbarn haben auch Sachen gespendet, wie Fahrräder, Hausrat, Kleidung und  Spielzeug.“

Der ganze bürokratische Aufwand, wie Anmeldung der Kinder im Kindergarten, in der Schule, Eröffnung eines Kontos und so weiter, gehört ebenfalls zu den wichtigen Hilfsleistungen der Betreuer. Dazu kommen Besuche beim Arzt, zusammen Einkaufen oder  die Begleitung zur Ausländerbehörde, zum Job-Center und zur Krankenkasse.

Steinmetz verschweigt nicht,  dass es auch Probleme gibt, dass manchmal auch „Tacheles geredet werden muss“ .„Mache gingen ehr leichtfertig mit Geld um. Wenn sie beispielsweise eine Nachzahlung für die Stromrechnung erhalten, könnten sie das kaum verstehen. Und er kennt den ein oder anderen Fall, wo der Erwachsene in kurrer Zeit wieder seinen Job aufgegeben hat, weil er meinte, dass die sozialen Leistungen ausreichen. „Wenn sie aber feststellen,dass dann die finanziellen Hilfen gekürzt werden, kommen sie ins Nachdenken“, sagt Steinmetz.

Steinmetz zieht nach den drei Jahren aber eine deutlich positive Bilanz: „Unsere Arbeit hat sich gelohnt. Von den zehn Familien ist inzwischen bei sechs der Haushaltsvorstand, in der Regel der Vater, in Arbeit. Rund 50 Flüchtlinge haben im Alftal  und Hontheim im Familienverbund eine vorläufige Heimat gefunden. Die Kinder machen im Kindergarten und der Schule gute  Sprachfortschritte. Bei den  Eltern muss noch mehr -  auch aus eigenem Antrieb heraus  - mehr getan werden.“