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Drei Jahre und sechs Monate Haft für blutige Attacke und Erpressung

Drei Jahre und sechs Monate Haft für blutige Attacke und Erpressung

Wegen schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung hat das Landgericht Trier einen 28-Jährigen aus Daun zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Besonders zugute kam dem Angeklagten dabei sein volles Geständnis.

Daun/Trier. Am Montag sitzt der Deutsch-Russe M. auf der Anklagebank vor dem Landgericht Trier. Er soll 2013 in Daun heftig unter seinen deutsch-russischen Bekannten gewütet haben. Schwere räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung lautet der Vorwurf. Schon zum Auftakt gibt es Probleme: Ausgerechnet die vier von M. attackierten Zeugen lassen sich von Daun aus "entschuldigen": Angeblich haben sie kein Fahrgeld, um nach Trier zu kommen, und einer sei volltrunken und nicht mehr "reisefähig".
Staatsanwältin Carolin Heister liest die Anklageschrift vor: Demnach beginnt alles am 20. Oktober mit einer Schlägerei. Beteiligt sind M., sein Bekannter P. und ein dritter Mann. "Warum der Streit?" will Vorsitzender Armin Hardt wissen. Antwort von M.: "Die waren total voll, ich aber nüchtern." Am Ende hat er einen gebrochenen Finger. Hinzu kommen bei allen Beteiligten Prellungen im Gesicht sowie leichte Stichverletzungen von einer Gabel.
Am nächsten Morgen treffen der Anklagte M. und P. in der Wohnung der gemeinsamen Bekannten W. aufeinander. Dabei knallt der 28-Jährige P. derart seinen Gipsverband auf den Kopf, dass die Massivbandage splittert und P. zu Boden geht. Danach verlangt M. Ersatz für Schäden in seiner Wohnung, nimmt ein Fahrrad von P. als Pfand und droht, ihn im "Wald zu erschlagen". P. unterschreibt noch einen "Schuldschein" über 150 Euro. Nochmals zu Boden geht P. etwas später in seiner eigenen Wohnung, wo ihm M. einen Computerbildschirm über den Kopf haut, weil er von P. mit einem Messer bedroht worden sein soll.
Richtig rund geht es zehn Tage später in der Wohnung der W., wo der Angeklagte M. auf den entfernten Bekannten S. stößt, der ihn als "Schmarotzer" beleidigt. Die Folge: Er wird von M. mit einer zum Schlagring umfunktionierten Armbanduhr ins Gesicht geschlagen, bis das Blut spritzt. Als "Kompensation" für sein blutverschmiertes Hemd reißt M. dem S. noch dessen Armbanduhr vom Handgelenk, nimmt 50 Euro aus der Geldbörse, lässt sich dessen Smartphone aushändigen und versetzt ihm Tritte in den Rücken.
Da der Angeklagte zu einem vollen Geständnis bereit ist, wird eine Vereinbarung getroffen: Nicht mehr als dreieinhalb Jahre Haft, sofern der Angeklagte in diese Vereinbarung einwilligt. Er willigt ein und hofft, in der Haft seine Elektrolehre abschließen zu können. f.k.