Drei neue Ausstellung sind in der Städischen Galerie in Wittlich geplant.

Kultur : Kontrastprogramm für Kunstfans: In der Stadt und unter Wasser

Drei Ausstellungen zu ganz unterschiedlichen Themen sind in diesem Jahr in der Städtischen Galerie Wittlich geplant.

Abwechslungsreich wird das Ausstellungsjahr in Wittlich: Drei sehr unterschiedliche Schauen sind ab Anfang März in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus geplant.

Wittlich. Fenster unserer Stadt
St. Markus, das Alte Rathaus und das Türmchen: Drei markante Wittlicher Gebäude, die immer wieder in künstlerischen Darstellungen auftauchen. Und denen widmet sich die nächste Ausstellung, die das Kulturamt der Stadt im Rahmen des rheinland-pfälzischen Kultursommers unter dem Motto „Heimat/en“, organisiert: Ab 10. März werden in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus unter dem Motto „Wittlich. Fenster unserer Stadt“ Gemälde und Grafiken gezeigt, die zum einen aus städtischen und zum anderen aus Privatbesitz stammen und normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind. Das verspricht eine spannende Zeitreise, vor allem für diejenigen, die die Stadt sehr gut und und sehr lange kennen. Aber: „Heimat ist keine Konstante,“ sagt Kulturamtsleiterin Elke Scheid. Und das werde in der Ausstellung sehr deutlich. Sie zeige, wie sehr sich die Stadt verändert hat. Viele Grafiken von Hans Thomas, Ölgemälde von Wilhelm Terwei, Fritz von Wille oder Anton Scheuritzel umfasst die Ausstellung. Alle Ansichten stammen aus dem 20. Jahrhundert, die meisten aus der ersten Hälfte: Das älteste Exponat von Fritz von Wille aus dem Jahr 1912 und die jüngste von Wolfgang Otten von 1988. Und wer genau hinschaut, wird auch kleine Kuriositäten bemerken: das Rathaus ohne Rochus oder St. Markus ohne den Reiter.

Unterwasserfotografie von Armin und Birgit Trutnau In komplett andere Gefilde führt die Sommerausstellung, die vom 24. Mai bis zum 11. August zu sehen sein wird. Gezeigt werden spektakuläre Unterwasserfotografien des Ehepaares Armin und Birgit Trutnau Beide stammen aus der Gegend, Armin Trutnau aus Altrich und seine Frau aus Dierscheid. Und beide haben am Cusanus-Gymnasium Abitur gemacht, Medizin studiert und sind seit ihrer Jugend fotografierend unter Wasser unterwegs.

Ihre Fotos sind preisgekrönt, sie sind Deutsche Meister der Unterwasserfotografie und haben einige erste Plätze bei nationalen und internationalen Wettbewerben belegt. Ihre Reisen führten sie auf alle Kontinente. Die Fotos von Korallen, Haien, Schildkröten oder Quallen zeigen die farbenprächtige und faszinierende Welt unter Wasser.

Burgen und Schloss in Wittlich Historisch wird es in der letzten Ausstellung des Jahres, in der es um die Aufarbeitung der Geschichte von Burg Neuerburg, Burg Ottenstein und Schloss Philippsfreude geht. Wo heute die Schloßgalerie zum Shoppen einlädt, stand in früheren Zeiten zunächst Burg Ottenstein, die Kurfürst Otto 1421 erbauen ließ. Im Jahr 1647 brannte sie  ab. Auf dem Platz nördlich des Bahnhofes entstand ab der Mitte des 18. Jahrhunderts das Rokoko-Schloss Philippsfreude, ein klassisches „Chateau de plaisir“, wie Elke Scheid sagt. Fundamente der Burg Ottenstein wurden beim Bau verwendet. Ab 1804 wurde das Schloss von Napoleon zum Abriss freigegeben. Das hieß, die Bürger durften sich bedienen, sei es an Baumaterial oder an Einrichtungsgegenständen. Überall in der Stadt wurden Steine verbaut. „Es ist gut möglich, dass auch noch Mobiliar in irgendwelchen Wittlicher Wohnzimmern oder Dachböden existiert, die Leute,  aber gar nicht wissen, woher das stammt“, mutmaßt Elke Scheid.

Zu sehen sein werden Darstellungen der historischen Gebäude, beispielsweise Zeichnungen von Frankfurter Architekten Claus Mehs (Onkel des Bürgermeisters Matthias Joseph Mehs), die Burg Ottenstein zeigen.

Aber auch Relikte von Schloss Philippsfreude, wie zum Beispiel zwei Köpfe, die in der Synagoge aufbewahrt wurden. Kurator der Ausstellung wird der Kunsthistoriker Professor Dr. Richard Hüttel sein. Es wird ein Katalog erscheinen. Eröffnet wird die Ausstellung Mitte September, gezeigt wird sie bis Februar 2020.

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