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Drei Stahlmonster für die Schleuse Zeltingen

Drei Stahlmonster für die Schleuse Zeltingen

Drei riesige Stahlteile mit einem Gesamtgewicht von 105 Tonnen wurden gestern an der Schleuse Zeltingen abgeladen. Es handelt sich dabei um die zwei Flügel des Untertores und um das Obertor.

Zeltingen-Rachtig. (sim) Seit fünf Jahren wird an der zweiten Kammer der Schleuse Zeltingen gebaut. Der Probebetrieb soll im Sommer kommenden Jahres erfolgen. Gestern brachte ein Schiff die beiden Schleusentore an die Baustelle. Sie wurden von einer Spezialfirma in Emden hergestellt und lagerten bis gestern an der Schleuse Detzem.

Ein 200-Tonnen-Autokran hob die drei Stahlteile an und setzte sie vor Ort ab. Allein das 12,5 Meter breite Obertor hat ein Gewicht von 45 Tonnen. Das Untertor besteht aus zwei Teilen à 30 Tonnen. Das Obertor, ein hydraulisch angetriebenes Drehsegment, wird am 29. Januar in die Schleusenkammer eingebaut, das Untertor im März.

An der größten Baustelle der Region sind bei den umfangreichen Erd- und Tiefbauarbeiten bislang rund 450 000 Tonnen Erde angefallen. Der Bau der zweiten Schleusenkammer kostet rund 45 Millionen Euro.

Die Arbeiten an der zweiten Schleusenkammer der Staustufe Zeltingen ruhten, weil das Wasser- und Schifffahrtsamt Trier den Vertrag mit den Firmen der Arbeitsgemeinschaft Schleuse Zeltingen wegen "andauernder Leistungsverweigerung" gekündigt hatte (der TV berichtete). Es ging unter anderem um strittige Forderungen der Firmen, die immer wieder mit Nachträgen auf den Auftraggeber zukamen. Die Firmen stellten die Arbeit weitgehend ein. Als sie mehrfachen Aufforderungen zum Weiterbau nicht nachkamen, erfolgte die Kündigung.

An der Schleuse in Bruttig-Fankel bei Cochem wird derzeit ebenfalls eine zweite Schleusenkammer gebaut. Diese wird etwa ein Jahr später fertig. Danach folgen der Ausbau der Schleuse Trier und der Schleuse in Lehmen.