Dreifache Hoffnung auf Kunstrasen

Welche Orte kommen als Nächstes in den Genuss eines Kunstrasen-Sportplatzes? Die Entscheidung trifft der Kreisausschuss. Für 2010 steht das Votum noch aus. Derzeit wird die Förderfähigkeit geprüft.

(cb) Gleich in drei Mittelmosel-Orten, Reil, Zeltingen-Rachtig und Burgen, steht die Verwirklichung des gleichen Großprojekts an: die Umwandlung des bestehenden Sportplatzes in ein Kunstrasen-Feld. Der Zeltingen-Rachtiger Gemeinderat hat beschlossen, sich, verteilt über vier Jahre, mit 200 000 Euro an der etwa 750 000 teuren Sanierung und Umgestaltung des Platzes zu beteiligen (der TV berichtete). Eigentümer des Naturrasenfeldes ist der SV Zeltingen-Rachtig.

Gestern Abend hat auch der Ortsgemeinderat Reil über das Thema beraten (Bericht folgt). Nach Auskunft von Ortsbürgermeister Artur Greis sollen etwa 700 000 Euro in die Umgestaltung des Hartplatzes in ein Kunstrasenspielfeld investiert werden. Für Reil und Zeltingen-Rachtig gilt: Beide Plätze liegen in Moselnähe und werden bei Hochwasser schnell überflutet. Deshalb soll Kunstrasen verlegt werden, der nicht mit Sand verfüllt ist. Dies verteuert die Kosten. Vertreter beider Vereine haben sich in der Pfalz einen solchen Platz angeschaut.

In Burgen könnte ein normaler Kunstrasenplatz den Hartplatz ersetzen. Die Kosten dürften sich auf etwa 520 000 Euro belaufen. Der Sachstand wird heute in der Sitzung des Gemeinderates besprochen. Bei solchen Summen ist eines klar: Ohne großzügige Förderung von Kreis und Land läuft nichts. Und gleichzeitig werden die Arbeiten sowieso nicht umzusetzen sein. Priorität auf der Liste des Kreises, die für die Förderung unumgänglich ist, hat Reil. Das ist auch unstrittig. Das Problem ist die Positionierung von Burgen und Zeltingen-Rachtig.

Die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues hat auf ihrer an den Kreis weitergeleiteten Prioritätenliste Burgen vor Zeltingen-Rachtig. Der Kreisausschuss verabschiedete im November 2008 aber eine Liste auf der Zeltingen-Rachtig vor Burgen stand.

Viele Ausschuss-Mitglieder taten dies in dem Glauben, dass der Sportstättenbeirat und der Jugendhilfeausschuss, die vorher berieten, die Wünsche aus den Verbandsgemeinden übernommen hatten. Dem war aber nicht so. Beide Gremien hatten Zeltingen-Rachtig vor Burgen gesetzt. Begründung: In Burgen werde die erforderliche Nutzungsintensität (1800 Stunden pro Jahr) nicht erreicht. Außerdem liege der Kunstrasenplatz in Mülheim nur wenige Kilometer entfernt. Die Gemeinde Burgen, an der Spitze Ortsbürgermeister Reinhard Grasnick, pocht darauf, dass die ursprüngliche Reihenfolge eingehalten wird.

Die Prioritätenliste für das laufende Jahr ist noch nicht verabschiedet. Die Begründung der Kreisverwaltung: Es wird noch geprüft, ob die in Reil und Zeltingen-Rachtig geplanten Kunstrasenplätze ohne Sandzusatz gefördert werden können.