Dreimal scheintot – gerettet

NEUMAGEN-DHRON. (red) In ihrer "Dorfgeschichte" erzählen heute Schüler der Friedrich-Spee-Realschule in Neumagen-Dhron, wie das Klüsserather Kapellchen auf dem Fuchsberg entstand.

Im Schuljahr 2005/2006 haben wir Schülerinnen und Schüler der 7b der Friedrich-Spee-Realschule Neumagen-Dhron an einer AG Geschichte unter Leitung von Ursula Simon teilgenommen. Da niemand von uns am Schulort wohnt, interessierten uns vor allem die römischen Denkmäler in Neumagen-Dhron. Außerdem besuchten wir einige Kapellchen in der Umgebung. Am besten hat uns die Geschichte des Klüsserather Kapellchens gefallen, das auf dem Fuchsberg steht. Man erreicht den Fuchsberg, wenn man - von Neumagen-Dhron kommend - über die Brücke in Richtung Trittenheim fährt. Kurz hinter der Brücke geht es rechts ab auf den Fuchsberg. Ein Besuch lohnt sich wegen des Kapellchens und wegen der guten Wandermöglichkeiten auf dem Berg. Zu der Geschichte des Kapellchens: Im Jahre 1860 wurde die Kapelle von einem Klüsserather Bürger namens Peter Lentes zu Ehren der Mutter Gottes gebaut. Dieser hatte eine schwere Krankheit. Eines Tages lag er da wie tot. Sein Körper war starr; alle dachten, er sei gestorben. Sein Geist aber war lebendig und er hatte schreckliche Angst, lebendig begraben zu werden. In seiner Not flehte er die Gottesmutter um Hilfe an. Auf einmal fing er wieder an zu atmen und war gerettet. Nach einiger Zeit passierte das gleiche noch einmal. Peter Lentes lag wieder da wie tot, und wieder fürchtete er sich davor, dass man ihn auf den Friedhof tragen würde. Auch dieses Mal half ihm die Mutter Gottes, und er war gerettet. Die Zeit verging, und Peter Lentes lag eines Tages zum dritten Mal wie tot da. Tagelang bewegte er sich nicht mehr. "Der Körper war einem Toten gleich, die Augen gebrochen, die Haut so bleich." Unter Tränen legte seine Familie ihn in den Sarg, und die Beerdigung stand bevor. In seiner übergroßen Not betete Peter Lentes zur Mutter Gottes. Er versprach ihr eine Kapelle, wenn er mit dem Leben davonkommen würde. Maria erhörte ihn; der Scheintote fing wieder an zu atmen und wurde in der allerletzten Minute gerettet. In seiner Dankbarkeit baute Peter Lentes der Mutter Gottes unter Opfern und Mühen die Kapelle auf dem Fuchsberg. Die Geschichte von der wunderbaren Rettung des Peter Lentes hängt in Versform in einem Glasrahmen an einer Wand des Kapellchens. Julia Alten, Peter Brixius, Johannes Freis, Eike Hermes, Lisa Maybaum, Alexander Resch Wenn auch Sie eine historische Anekdote kennen, den Namen eines Hauses oder einer Straße erklären können oder zu einem historischen Ereignis eine persönliche Geschichte zu erzählen haben, schreiben Sie unter dem Stichwort "Stadtgeschichten" mit Namen, Adresse und Telefonnummer an die E-Mail-Adresse mosel@volksfreund.de. Wichtig ist, dass Ihre Geschichte höchstens 60 Druckzeilen (à 30 Anschläge) umfasst.

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