Dreivierteljahrhundert im Dienst am Kunden

BERNKASTEL-KUES. Der Malerbetrieb Gerhard wurde in wirtschaftlich schlechten Zeiten gegründet. Er hat alle Wirren und Katastrophen, zum Beispiel den zweiten Weltkrieg, überstanden. Nun wurde er geehrt.

"Es ist alles andere als selbstverständlich, dass ein Betrieb 75 Jahre besteht. Das ist eine herausragende Leistung." Matthias Schwalbach, bei der Handwerkskammer Trier für Weiterbildung und Betriebskunde zuständig, hatte viel Lob ins geschichtsträchtige Cusanus-Geburtshaus in Bernkastel-Kues mitgebracht. Adressat des Lobes war Malermeister Norbert Gerhard, der den Betrieb in der dritten Generation führt und in diesem Jahr auf ein Dreivierteljahrhundert im Dienst am Kunden zurückblicken kann. Schwalbach hob die "enorme kaufmännische Leistung" von Firmengründer Nikolaus Gerhard hervor. Er habe nur zwei Monate nach der Weltwirtschaftskrise den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Eine solch lange Zeit sei natürlich von Höhen und Tiefen geprägt, sagte Norbert Gerhard. Im 21. Jahrhundert müsse man für Innovationen offen sein und Trends erkennen. "Dann hat Handwerk immer noch goldenen Boden, auch wenn er nicht aus purem Gold ist", sagte der Firmenchef, der sich auch als Restaurator alter Fachwerkhäuser einen Namen gemacht hat. Seit der Betriebsgründung wurden immerhin 27 Lehrlinge ausgebildet, ein Geselle, Waldemar Ostländer, hielt dem Betrieb gar 44 Jahre die Treue. Dank und Anerkennung übermittelten auch Obermeister Hermann Schultze, der auch Vorsitzender der Kreishandwerkerschaft ist, und Wolfgang Pastor in seinen Eigenschaften als Vorsitzender des Werbekreises der Stadt Bernkastel-Kues und als Beigeordneter der Stadt. Das Handwerk habe für die Stadt eine wichtige Bedeutung, sagte Pastor. Wie es sich für Gratulanten gehört, hatten sie auch Geschenke dabei. Die wichtigste Gabe: eine Ehrenurkunde der Handwerkskammer, die Matthias Schwalbach dem Firmenchef überreichte.