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DRK, Malteser und THW stehen für den Fall der Fälle bereit

Kostenpflichtiger Inhalt: Coronavirus : DRK, Malteser und THW stehen für den Fall der Fälle bereit

Wenn sich die Corona-Krise im Landkreis zuspitzen sollte,  sind viele helfende Hände gefragt. Dabei kommen schon jetzt viele ehrenamtliche Helfer zum Einsatz. Wo die Nachbarschaftshilfe endet, beginnt ihre Arbeit.

Christian Moeris

Überfüllte Krankenhäuser, zu wenig Personal und auf den Rettungswagen muss man, wenn überhaupt einer kommt, lange warten: Im Kampf gegen das Coronavirus geht es, wie derzeit Medienberichte aus anderen Ländern wie Italien und Spanien zeigen, vor allem um Ressourcen und Kapazitäten. Um die Versorgung der Bevölkerung und das Gesundheitssystem im Katastrophenfall am Laufen zu halten, dafür wären im Kreis Bernkastel-Wittlich wie auch in allen anderen Landkreisen Deutschlands auch die Hilfsdienste  zuständig. Auf der Landkreisebene wirken im Katastrophenschutz unter anderem das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Malteser Hilfsdienst sowie auch das Technische Hilfswerk (THW) mit. Hunderte Ehrenamtliche sind, wenn es darauf ankommt, im Einsatz.

Ein Sanitäter vom Deutschen Roten Kreuz. Foto: dpa/Andreas Arnold

THW So errichtete beispielsweise bereits ein Team des THW Ortsverbandes Wittlich vergangenen Samstag auf Anforderung der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich eine Corona-Test-Station auf dem Gelände der Berufsbildenden Schule in Wittlich (der TV berichtete). Die Drive-In-Teststation soll die Arztpraxen und mobilen Testteams entlasten und ist mittlerweile bereits in Betrieb. Innerhalb von zehn Stunden bauten 15 ehrenamtliche Helfer des THW mit Unterstützung von zehn Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Wittlich die Teststation aus einem Gerüst und einem Dachaufbau aus Holz auf. Und das trotz der Gefahr der Ansteckung, der sich die ehrenamtlichen Helfer außerhalb der eigenen Wohnung in der Gruppe untereinander ausgesetzt haben.

Das THW baut eine Corona-Teststation in Wittlich. Foto: THW Wittlich

DRK Am Zivil- und Katastrophenschutz im Landkreis Bernkastel-Wittlich maßgeblich beteiligt ist auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Wenn wie derzeit schon in Thüringen auch im Kreis Bernkastel-Wittlich ganze Ortschaften unter Quarantäne gesetzt werden müssten, wie käme in den abgeriegelten Ortschaften noch eine warme Mahlzeit bei den Bedürftigen an? Denn leider hat auch die Nachbarschaftshilfe, so wichtig sie ist, irgendwo ihre Grenzen. Dann müssen echte Profis ans Werk wie die ausgebildeten Helfer des DRK, das im Landkreis bereits den regulären Rettungsdienst stemmt. Im Krisenfall, erklärt DRK-Kreisgeschäftsführer Carsten Berg, könne das DRK im Kreis bis zu 200 ehrenamtliche Helfer mobilisieren. Die ersten Gespräche, was im Ernstfall zu tun sei, hätten ja bereits vor langer Zeit stattgefunden. Mittlerweile trifft sich der Krisenstab der Kreisverwaltung alle zwei Tage, wir stehen im ständigen Austausch mit allen Beteiligten. Die Kommunikation mit der Kreisverwaltung läuft gut. Wir ziehen alle an einem Strang.“ Das DRK unterstütze die Kassenärztliche Vereinigung auch bereits mit zwei Fiebertaxis, die in Wittlich stationiert seien, bei ihrer Arbeit. Auch das Personal an der Coronavirus-Teststation in Wittlich wird vom DRK gestellt.

Doch das DRK kann, wenn die Situation es erfordert,  noch weitaus mehr leisten: „Wir könnten zusätzlich den Transport Infizierter übernehmen, damit der reguläre Rettungsdienst für Menschen mit Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie  Unfallopfer ungestört weiterlaufen kann. Diese Einsätze werden ja nicht weniger.“ Das DRK habe dafür die Transportkapazitäten. Zusätzliche Fahrzeuge stünden bereit, sagt Berg. Aber auch die Essensverteilung in Ortschaften, die unter Quarantäne stünden, sowie der Aufbau von Feldbetten, sollten Schulen zu Notunterkünften umgebaut werden, könne das DRK bewerkstelligen. Zudem bekomme man auch bei einer Großlage noch Einkaufshilfen organisiert, sagt Berg, wenn sich solche durch Nachbarschaftshilfe nicht mehr organisieren lassen würden.  „Wir haben unsere Mitglieder zum Infektionsschutz geschult. Sie wissen, worauf man im Umgang mit infizierten Patienten achten muss und wie sich das Coronavirus überträgt. Das gibt den Helfern ein besseres Gefühl.“ Die ehrenamtlichen Helfer seien darauf vorbereitet, dass nun mehr Bereitschaftsdienste anfallen könnten und der „Piepser“ öfters gehen könnte.

Malteser Neben dem DRK ist auch die katholische Hilfsorganisation der Malteser für den Katastrophenschutz im Landkreis zuständig. Wie der Stadt- und Kreisbeauftragte Dirk Vogler erklärt, arbeite man auch bei den Maltesern an einem Einkaufsdienst. „Es gibt ja schon große private Initiativen. Dazu möchten wir keine Gegenveranstaltung planen. Wir bereiten uns eher auf den Tag vor, an dem die privaten Initiativen wegen Erkrankung zahlreicher Mitglieder ausfallen könnten.“

Wie Vogler erklärt, liefen bereits Gespräche mit Supermärkten im Kreis. Dabei gehe es um Berechtigungskarten für einen Malteser-Einkaufsdienst. „Unsere Mitglieder müssen dann ja Mengen einkaufen  können, die weit über den normalen Haushaltsbedarf hinaus gehen.“ Zudem erarbeite man derzeit noch die Handlungsanweisungen zur Hygiene und allgemeine Handlungsanweisungen für die Helfer eines Einkaufsdienstes. Im Landkreis haben die Malteser 95 aktive Mitglieder. In Planung sei auch ein Telefonbesuchsdienst für ältere Menschen „ohne soziales Umfeld. Damit sie zumindest über das Telefon einen Ansprechpartner haben.“

Darüber hinaus können die Malteser auch gut kochen: Im Katastrophenfall könne die stationäre Küche in Dreis für Helfer und Betroffene pro Stunde 250 Essen produzieren und Warmgetränke liefern und damit für Verpflegung sorgen.

Zudem verfügen auch die Malteser über eine „Transportkomponente“, um den Rettungsdienst bei Auftragsspitzen mit Rettungs- und Krankenwagen zu unterstützen. Die Malteser seien für den Sanitäts-, Verpflegungs- und Betreuungsdienst ausgerüstet, sagt Vogler. „Zelte aufbauen, Erstversorgung mit notfallmedizinischen Maßnahmen und Patiententransport: „Wir rücken bei Bedarf aus“, sagt Vogler. Die Malteser könnten ein breites Spektrum an Hilfsmaßnahmen bieten. Die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Kollegen seien dazu gezielt zum Thema Coronavirus informiert worden.

Feuerwehr „Die Freiwilligen Feuerwehren arbeiten derzeit ganz normal anfallende Einsätze ab“, erklärt Manuel Follmann, Pressesprecher der Kreisverwaltung. Sollte sich die Lage ausweiten, werde der Rettungsdienst zuerst von den Rufbereitschaften der Hilfsorganisationen unterstützt. Danach käme dann der Katastrophenschutz des Landkreises zum Tragen. „Dies wären die Schnelleinsatzgruppen die bei Malteser und DRK stationiert sind.“ Die Führung liegt dann bei der Technischen Einsatzleitung des Landkreises. Der Einsatz der Feuerwehren sei bei einer Gesundheitslage primär nicht vorgesehen, jedoch stellen die Feuerwehren weiter den Grundschutz sicher. Bei einer weiteren Zuspitzung der Lage könnten die Feuerwehren jedoch auch zu weiteren Unterstützungsleistungen herangezogen werden, insbesondere bei der Transportlogistik von Material oder beim Aufbau von Behandlungsplätzen.