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DRK und Malteser in Bernkastel-Wittlich: Das Vereinsleben leidet

Ehrenamt : Fiebertaxi, Impfzentrum und digitale Treffen

Das Deutsche Rote Kreuz und die Malteser übernehmen in der Pandemie wichtige Funktionen. Doch das Vereinsleben leidet gewaltig.

(chb) Die Ehren- und Hauptamtlichen des Deutschen Roten Kreuzes und der Malteser sind in der Corona-Pandemie im Landkreis Bernkastel-Wittlich eine große Hilfe. Zwei Wagen mit Ehrenamtlichen des DRK waren etwa im Zweischichtbetrieb als „Fiebertaxis“ unterwegs. „Insgesamt waren hier 19 Mitarbeiter im Einsatz“, wie Carsten Berg, Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes erklärt. „Zudem waren in den gut fünf Monaten von März bis August 2020 sieben Mitarbeiter in der Corona Teststation von uns vor Ort“, berichtet er. Die Leitung des Landesimpfzentrums hat das DRK als Dienstleister mit seinen hauptamtlichen Mitarbeitern seit Dezember 2020 übernommen.

Sanitätseinsätze gibt es momentan aber weder beim Roten Kreuz noch bei den Maltesern. Dessen Kreisbeauftragter Dirk Vogler erklärt die gravierenden Veränderungen: „Es gibt keine Präsenzveranstaltungen mehr, außer nötige Wartungsarbeiten und den Einsatzdienst. Zudem ist der Übungsdienst eingestellt. Theoretische Ausbildungen und Online-Besprechungen werden aber überraschend gut angenommen.“ Bei Testungen in Heimen und Einrichtungen sind die Malteser im Einsatz.

Beim Roten Kreuz ist das Vereinsleben auf ehrenamtlicher Ebene in den Ortsvereinen fast zum Stillstand gekommen. Bei den Fortbildungen und Übungen genauso. Sehr schwer ist die Situation für das Jugendrotkreuz. „Hier gilt es den Bezug zu den jungen Helfern zu halten und sie für die Tätigkeit im DRK zu gewinnen.“ Dies wäre allerdings nur möglich, wenn man sich treffen könnte, sagt Carsten Berg. Er ergänzt: „Bei den Sanitätsdiensten herrscht ebenfalls fast vollständige Flaute, denn es finden keine großen Events oder Veranstaltungen mehr statt. So werden bis auf eine Ausnahme keine Sanitätsdienste benötigt.“ Gerade für die Ortsvereine sind diese aber eine wichtige Einnahmequelle. Für Umsätze sorgte von August bis Anfang November der Einsatz in der Corona Teststation am Markusberg in Trier und der derzeitige Einsatz für den Sanitätswachdienst beim Landesimpfzentrum, der zur Hälfte von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen geleistet wird. Im Bereich der Schnelltests ist das DRK hauptsächlich intern unterwegs. Das eigene Personal, die Kunden der Tagespflege, das DRK Sozialwerk sowie der DRK Rettungsdienst werden durch Schnelltests auf eine etwaige Infektion mit dem neuartigen Coronavirus überprüft.

Mit digitalen Videotreffen wird versucht, den Kontakt zu den Helfern zu halten. In Kleinstgruppen wird  das Material gewartet oder finden Treffen der Führungskräfte statt. Das Jugendrotkreuz hat über Mails und Briefe mit kleineren Aufgaben und Geschenken, etwa zu Weihnachten, versucht, den Kontakt untereinander etwas zu pflegen. Dirk Vogler meint ebenfalls, dass das Teamgefühl und das Miteinander durch die Isolierung leide.

Die Einsätze bei den Testungen haben bei den Maltesern die ausgefallenen Sanitätsdienste im Jahr 2020 nicht ausgeglichen. Seitens des Bundes oder des Landes gibt es keine finanzielle Förderung oder Ausgleichszahlungen für das Rote Kreuz oder die Malteser. Aus der Krise nehmen die Malteser mit, dass sie Besprechungen und theoretische Ausbildungen parallel online anbieten, damit Helfer, die nicht persönlich anwesend sein können, trotzdem teilnehmen können. Der Ausbildungsraum soll dementsprechend ertüchtigt und die Digitalisierung vorangebracht werden.

 Ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Malteser steht am städtischen Impfzentrum vor einem Impfbus. Malteser Hilfsdienst
Ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Malteser steht am städtischen Impfzentrum vor einem Impfbus. Malteser Hilfsdienst Foto: picture alliance/dpa/Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Beim Roten Kreuz nimmt man aus der Krise mit, die Vorhaltung von Schutzmaterial zu erhöhen. Notfallpläne sollen, um für den Ernstfall künftig noch besser gewappnet zu sein, angepasst werden. „Hier zeigt die Erfahrung allerdings, dass dies immer situativ erfolgen muss, denn bei Corona laufen die wenigsten Geschehnisse so ab, wie ein Notfallplan im Vorhinein es vorsieht.“ Carsten Berg sieht eine Stärke des DRKs darin, auf neue Gegebenheiten schnell reagieren zu können.