Drogenmix und Kräuterschnaps bringen zwei Männer vor das Amtsgericht in Bernkastel-Kues
Bernkastel-Kues · Gefährliche Körperverletzung, versuchte räuberische Erpressung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte: Für einen Tag im Vollrausch müssen sich zwei Männer vor dem Bernkasteler Amtsgericht verantworten.
Etwa zwei Liter Kräuterschnaps, ein Joint und Badesalz haben einen Donnerstagnachmittag im November 2014 eskalieren lassen. Dafür mussten sich die Angeklagten S. (25) aus Andel und T. (24) aus Maring-Noviand am Freitag vor dem Bernkasteler Amtsgericht verantworten. Die Anklage lautet auf versuchte räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung.
Der Tag der Tat begann für den Angeklagten S. wie oft zu jener Zeit. Seine Freundin bescheinigt ihm ein Alkoholproblem - Tage, an denen S. nicht getrunken hatte seien nicht so oft vorgekommen, wie sie später in ihrer Vernehmung vor Richter Oliver Emmer angibt. Das hatte auch an diesem Donnerstag zu Streitigkeiten bei dem Pärchen geführt. Gegen 11 Uhr verließ sie die Wohnung. Er trank eine 0,7-Liter-Flasche Kräuterschnaps und schnupfte als Legal Highs bekanntes Badesalz. Am Ende des Tages hat er 1,17 Promille Alkohol im Blut.
Mittags traf die Polizei mit einem Durchsuchungsbefehl in der Wohnung von S. ein: Verdacht auf Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Kurz darauf eilte der Angeklagte T. zur Wohnung von S., um ihn zu unterstützen. Nach der Durchsuchung rauchte S. einen Joint, und beide zogen los in die Bernkasteler Innenstadt - im Gepäck eine weitere 0,7-Liter-Flasche Kräuterschnaps. Für den Angeklagten T. endete die Nacht mit 2,18 Promille.
Die Angeklagten trafen am Bernkasteler Forumsplatz auf mehrere Jugendliche, die Musik des Hip-Hop-Künstlers "Kollegah" hörten. Davon gestört, sollen die beiden Angeklagten die Gruppe zum Ausschalten der Musik aufgefordert haben. Kurz darauf wurde die Stimmung aggressiver.
Laut mehreren Zeugenaussagen sollen die Angeklagten sowohl Handys als auch Portemonnaies der Gruppe verlangt haben. Als die Jugendlichen sich weigerten, kam es zum Übergriff. Der Angeklagte S. soll zunächst einem Zeugen in den Rücken getreten und danach einem anderen einen Kopfstoß gegeben haben.
Als zehn Minuten später die Polizei eintraf und die Personalien feststellen wollte, eskalierte die Lage. Ein Polizist wurde am Bein verletzt, der Angeklagte S. konnte nur mit Unterstützung gefesselt werden.
"Ich bin 37 Jahre im Dienst - so viel Aggressivität habe ich nur selten erlebt", sagt ein Polizist vor Gericht. Nach fünf Stunden und zehn Zeugen unterbricht Richter Emmer die "Hitzeschlacht". Noch stehen die medizinischen Gutachten aus, auch das Verlesen der Vorstrafen beider Angeklagten wird nach Aussage des Richters etwas dauern.
Die Verhandlung wird am Donnerstag, 6. August, um 14 Uhr fortgesetzt.