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Drohnen fliegen lassen, aber richtig: Motorsportclub Erbeskopf bietet Modellfliegern Hilfe und Versicherungsschutz

Drohnen fliegen lassen, aber richtig: Motorsportclub Erbeskopf bietet Modellfliegern Hilfe und Versicherungsschutz

Mit dem Aufkommen der Flugdrohnen hat die Modellfliegerei bei vielen Menschen wieder an Interesse gewonnen. Doch nur wenige sind korrekt versichert oder kennen die Gesetzeslage zum Betrieb der fliegenden Fotoapparate.

Aufmerksam beobachtet der zwölfjährige Kai aus Monzelfeld die Drohne, die er mit seiner Fernsteuerung durch die Thalfanger Turnhalle fliegen lässt. Das Modellbaufluggerät kann senkrecht starten und landen und auch eine Kamera tragen, um Fotos aus der Luft zu machen. In einem Moment scheint sie schwerelos in der Luft zu stehen, man hört nur das Surren der vier Propeller und sieht das Leuchten der weißen, blauen und roten Lampen. Im nächsten Moment lässt er sie Fahrt aufnehmen. Der Quattrocopter, wie die Drohnen wegen ihrer vier Propeller auch genannt werden, schwebt nur wenige Zentimeter über den Boden, dann wieder hoch bis kurz unter die Hallendecke. Etwa 15 Minuten fliegt die Drohne, dann muss sie etwa eine Stunde lang aufgeladen werden, sagt er.

Sein Vater hat sein Smartphone an die Kamera in der Drohne angeschlossen und beobachtet die Flugkünste seines Filius aus der Pilotensicht. "Der kommt gut zurecht", sagt Gerhard Walther, Mitglied beim Modellsportclub Erbeskopf (MSC), über die Flüge, die der Zwölfjährige steuert. Und das beim ersten Flugversuch mit dem neuen Gerät, verrät Kai. Doch er ist im Fliegen von Drohnen schon geübt: "Ich habe seit einem Jahr eine kleine Hausdrohne, mich haben die Geräte fasziniert", sagt er. Er ist in die Thalfanger Turnhalle gekommen, um seine neue Drohne ohne den Einfluss von Wind testen zu können.

Das ist die richtige Vorgehensweise, sagt Reiner Welker, Vorsitzender des MSC. Bei den ersten Flugversuchen können bei Bedarf die erfahrenen Mitglieder des MSC zur Hand gehen, Details erklären oder fehlerhafte Einstellungen bei Drohnen, Modellflugzeugen und Modellhubschraubern korrigieren. "In der Fliegerei wird jeder Fehler mit einem Absturz bestraft", sagt Welker. Deshalb biete der MSC jedem Anfänger beim Fliegen von Drohnen oder anderen Modellfluggeräten an, sein Modell unter der Mithilfe der Vereinsmitglieder zu testen. Derzeit gebe es nach Schätzungen rund 400.000 Quattrocopter in Deutschland, sagt Welker. Doch 95 Prozent aller Besitzer seien nicht organisiert und lassen ihre Drohne alleine fliegen. Dabei seien viele mit der Gesetzeslage nicht vertraut. "Man braucht das Einverständnis des Grundstückbesitzers, über das die Drohne fliegt und muss Mindestabstände zu Flugplätzen einhalten", führt Welker zwei Beispiele an. "Die Drohnen werden ohne entsprechende Hinweise verkauft", ärgert sich Walther.

Ein zweites Problem bei der Modellfliegerei ist die Versicherung. Bei vielen Anbietern seien Fluggeräte nicht in der privaten Haftpflicht enthalten, sagt Welker. Deshalb sieht er Chancen für die Modellsportvereine, neue Mitglieder zu gewinnen. Zum einen können diese ihre Erfahrungen austauschen. Des weiteren seien diese bei einer Mitgliedschaft automatisch über die Dachorganisationen versichert.

Doch nicht nur Drohnen fliegen an diesem Nachmittag durch die Thalfanger Halle. Einige Modellflugfreunde lassen ihre Flugzeuge Loopings fliegen und Rollen drehen, Walther testet seinen neuen Hubschrauber. Mit Drohnen könne man nicht viel machen außer schweben lassen und eventuell Fotos machen, sagt Welker. Deshalb wechselten einige Mitglieder mit der Zeit auf Flugzeuge aus Styropor oder Kohlefaser, sagt er. Dabei gebe es leichte Modelle für die Halle und schwerere für draußen.

Warum lassen die Mitglieder des MSC ihre Modelle in der Halle fliegen? "Das machen wir nur im Winter, damit uns über die kalten Monate nicht die Fingerfertigkeit abhanden kommt", sagt der Vorsitzende. Im Frühjahr geht es dann je nach Wetterlage auf das Fluggelände bei Deuselbach. Welker: "Draußen ist es dann doch schöner."