Dunlop: Reifenhersteller investiert in Wittlicher Werk sechs Millionen Euro

Wirtschaft : Bei Dunlop läuft’s rund

Reifenhersteller investiert in Wittlicher Werk sechs Millionen Euro und nimmt weitere Heizpressen in Betrieb. Der neu Werksdirektor blickt optimistisch in die Zukunft.

Bei Höhen und Tiefen, die es laut dem neuen Werksdirektor Dr. Meikel Peters im Reifenbusiness gibt, hat das Wittlicher Werk des Reifenherstellers Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH derzeit Konjunktur. Seit der Umstellung von der PKW- auf die LKW-Reifenproduktion, die 2016 vollzogen wurde, hat sich im Wittlicher Werk viel verändert. Allein seit 2018 seien in den Standort Wittlich etwa sechs Millionen Euro investiert worden, sagt Peters. Drei neue Heizpressen seien innerhalb der letzten Monate in Betrieb genommen worden. Die Installation der Maschinen habe vergangenes Jahr begonnen. Seit April, Mai und Juni werde auf ihnen produziert. Ein Standort für eine weitere Heizpresse zur Reifenproduktion sei bereits vorbereitet, wobei der Konzen die genaue Zahl seiner Maschinen in Wittlich nicht bekanntgeben möchte. „Wir können jetzt pro Tag 150 Reifen mehr herstellen“, sagt Peters, der die Produktionszahlen des Werkes nicht veröffentlicht wissen will.

Neben den rund fünf Millionen Euro, die der Konzern jährlich in den Erhalt des Werkes stecke, sei die neuerliche Investition für den Standort Wittlich ein überaus positives Signal. Von der Investitionssumme seien mehrere Millionen Euro in die Heißrunderneuerung geflossen. „Das macht uns – neben unserem französischen Werk – einzigartig.“ In Wittlich würden täglich mehrere Hundert LKW-Reifen runderneuert, sagt Peters. Damit habe das Werk in Wittlich ein zweites Standbein. „Die Runderneuerung bietet uns ganz neue Möglichkeiten: Jetzt können wir an Unternehmensflotten herantreten und anbieten, die Reifen einer ganzen Flotte ressourcenschonend durch die Heißrunderneuerung zu überholen“, erklärt Peters, der als ehemaliger Produktionsleiter Anfang Juni zum Werksdirektor ernannt wurde. Bei dem Verfahren der Heißrunderneuerung werde das Profil bis auf die Karkasse, das tragende Gerüst des Gummireifens, abgeschliffen, ein neues Profil aufgetragen und der Reifen anschließend gebacken. Peters: „Das kann man zweimal machen, bevor man einen Neureifen kauft.“

Mittlerweile fertige man in der Säubrennerstadt, in der im Herbst 2016 der letzte PKW-Reifen vom Band gelaufen sei, zehn verschiedene LKW-Reifentypen. Dabei zeigt sich der Werksdirektor insbesondere stolz auf die „Premium-Produktpalette“, die in seiner Produktion gepresst werden. „Wir sind das einzige Werk, das alle LKW-Reifen im Premiumbereich des Unternehmens produziert.“ Wenn er also die Produkte, die in Wittlich entwickelt und produziert würden sowie die Volumenentwicklung betrachte, so Peters, „dann läuft es sehr gut“. Allerdings sei die LKW-Reifenproduktion stark von der Konjunktur der Weltwirtschaft abhängig, sagt Peters, was gewisse Schwankungen mit sich bringe. Es sei auch für die 830 Mitarbeiter am Standort Wittlich gut zu wissen, dass sich das Werk positiv entwickele, erklärt die Kommunikationsverantwortliche Anna Alice Ziesche. Innerhalb der vergangenen zwei Jahre sei das Personal wieder im zweistelligen Bereich gewachsen. In der Produktion sind rund 500 Menschen tätig. Ziesche: „Da wir hier die beste Technologie, die der Konzern zu bieten hat, produzieren – worauf wir stolz sind, spricht nichts dagegen, dass es positiv weitergeht.“ Für die Mitarbeiter sind das sicher gute Nachrichten. Denn nachdem im Herbst 2016 die Herstellung der PKW-Produktion eingestellt worden war, hatten 113 Menschen am Standort Wittlich ihren Arbeitsplatz verloren.

Die Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH gehört zum weltweit agierenden Reifenhersteller Goodyear. Nach Unternehmensangaben produzieren rund 6400 Mitarbeiter des Unternehmens an insgesamt fünf Fabrikationsstandorten in Deutschland rund 30 000 Reifen täglich. In Wittlich hat das Reifenwerk seit 1970 mehrere Unternehmensübergänge mitgemacht. Hier werden ausschließlich LKW-Reifen produziert und runderneuert.

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