1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Dutch-Oven-Contest: Eifeler kochen in Bayern um die Wette

Dutch-Oven-Contest: Eifeler kochen in Bayern um die Wette

Die Gegner heißen Salzburger Stiergriller, Black`n’ Blue BBQ oder Boarische BBQ-Bazis: Die Gruppe Glut-Rausch Vulkaneifel tritt am Samstag bei einem Kochwettbewerb in München an. Die oberste Regel dabei ist, Spaß zu haben, das Ziel des Quintetts „die Eifel in der Welt bekannt machen“.


Man nehme zweieinhalb Kilo Schweineschulter, Salz, heimisches Gemüse und etwas Riesling: Das sind die Grundzutaten, mit denen fünf Männer aus der Eifel am Samstag bei einem Kochwettbewerb in München teilnehmen. Mit ihrem Rezept treten Arno Plankenhorn (Hontheim-Wispelt), Markus Wilms (Hontheim), Alexander Roden (Ulmen), Marius Dehne (Wittlich) und Senior Horst Wehinger (71) aus Föhren am Samstag an. Vorgabe: In drei Stunden soll die Gruppe in einem Dutch Oven eine Hauptspeise und ein Dessert kreieren. Einzige vorgegebene Zutat ist die zweieinhalb Kilo schwere Schweineschulter.

Und was machen die Eifeler daraus? "Erst kommt Puderzucker in den Topf, dann Zwiebeln. Das karamellisiert dann. Vom Fleisch machen wir die Schwarte ab, entfernen die Knochen und schneiden es in Stücke", erzählt Alexander Roden. Es folgen Gemüsestücke von Pastinake, Topinambur oder Kräuter aus der Heimat, die Soße, das marinierte Fleisch und etwas Riesling zum Verfeinern. Fertig ist das Gulasch à la Glut-Rausch Vulkaneifel, wie sich das Team nennt. Als Dessert, ebenfalls im Dutch Oven zubereitet, gibt es Rote Grütze auf Popcorn. Fünf Mal haben die fünf Eifeler ihr Rezept bereits ausprobiert.

"Einmal war das Fleisch viel zu trocken", erzählt Arno Plankenhorn. "Und ein anderes Mal haben wir das Feuer nicht anbekommen", fügt Roden hinzu und beide lachen. Sind die Gerichte beim Wettbewerb gekocht, werden sie der Jury präsentiert, die aus den 15 Teilnehmern die Sieger auswählt. "Aber unser Ziel ist es nicht, zu gewinnen", sagt Plankenhorn. Schließlich sei das erste der 24 in den Wettbewerbsregeln genannten Ziele: "Habt Spaß!". Und: Die fünf Männer verfolgen mit ihrer Teilnahme am Wettbewerb vor allem eines: "Die Eifel in der Welt bekannt machen."

Los geht's für das Quintett am Freitagmorgen, alle fünf fahren zusammen in einem VW-Bus nach München. Mit dabei: alle Zutaten für das Menü, außer dem Fleisch, verpackt in Kühlboxen. Am Samstagmorgen um 7 Uhr muss Glut-Rausch Vulkaneifel auf dem Münchner Messegelände sein, um 10 Uhr geht's mit dem Kochen los. Aber nicht alle auf einmal: "Wir dürfen nur zu dritt gleichzeitig in dem drei mal drei Meter großen Bereich arbeiten", sagt Plankenhorn. Bis 13 Uhr muss das Gulasch fertig sein, eine Stunde später das Dessert. Die Abläufe haben sie vorher minutiös in einem Zeitplan festgehalten.

Die Idee zur Teilnahme kam Alexander Roden beim Durchsuchen des Internets nach Rezepten, und die Gruppe war schnell Feuer und Flamme für die Teilnahme am Dutch-Oven-Cook-Off (siehe Hintergrund). Die fünf Männer treffen sich regelmäßig mit ihren Familien auf einem Grundstück am Alfbach. "Unsere Frauen freuen sich immer, wenn wir kochen", sagt Plankenhorn, "und die Kinder haben auch ihren Spaß." Von Arno Plankenhorn kam auch die Idee zum Kochen mit dem Dutch Oven.

Vor einigen Jahren bereitete eine Bekannte aus Amerika ein Silvester-Menü darin zu. Neben dem Dutch Oven haben Männer von Glut-Rausch auch schon Varianten wie einen Reflektor-Ofen, einen Lehmofen oder das Garen in einer Erdgrube ausprobiert. Nur eines kommt für das Quintett nicht infrage: Grillen auf Gas. "Die Gemütlichkeit kommt erst am Feuer", sagt Plankenhorn. Als Nächstes steht für die Gruppe unter anderem der Bau einer mobilen Außenküche an. Vielleicht landen die fünf Männer bei Dutch-Oven-Cook-Off doch auf den vorderen Plätzen, dann wäre die Finanzierung schon mal zum Teil gestemmt.

Ein Dutch Oven, auch Camp Oven, Chuck-Wagon-Oven oder Black Pot, ist ein Gefäß aus Gusseisen, das in den USA und in Australien seit dem 18. Jahrhundert zum Kochen und zum Braten und Backen über offenem Feuer verwendet wurde. In ihnen wird über der Glut eines offenen Feuers oder mit glühenden Grillbriketts gekocht, gebraten, geschmort und gebacken. In Großbritannien war ein Dutch Oven früher kein Topf, sondern eine Art Backofen aus Metall, der direkt neben einer offenen Feuerstelle platziert und von dieser indirekt beheizt wurde. Zusätzlich konnten glühende Kohlen aufgelegt werden. In die USA kam der Dutch Oven mit europäischen Siedlern, möglicherweise aus den Niederlanden oder aus Deutschland; In Südafrika heißt dieser Topf Potjie; er wurde dort im 19. Jahrhundert von holländischen Siedlern (Buren) eingeführt.
Heute wird der Dutch Oven in Europa und in den USA vornehmlich als Kochgerät beim Camping und im Outdoor-Bereich verwendet, aber auch zusammen mit einem Elektroherd und Backofen.

Beim Wettbewerb zubereitet werden eine Hauptspeise und ein Dessert, deshalb heißt es Zwei-Topf-Competition. Alle Teilnehmer bekommen Sachpreise, zusätzlich werden für die ersten drei Plätze folgende Preisgelder ausgelobt: Erster Platz 500 Euro, zweiter Platz 300 Euro, dritter Platz 100 Euro.
Jeder Teilnehmer muss seine eigene Dutch-Oven-Ausrüstung mitbringen. Die mitgebrachten Zutaten dürfen nicht vorgekocht, gewürzt oder bereits kombiniert sein. Hacken, Schneiden, Würfeln muss vor Ort erfolgen. Alle Gerichte müssen pünktlich abgeliefert werden. Dafür steht ein Zeitfenster von zehn Minuten (fünf Minuten vor und fünf Minuten nach der festgelegten Abgabezeit) zur Verfügung. Alle Gerichte sind ausschließlich im Dutch Oven oder auf dem Deckel zu präsentieren. Bewertet werden Aussehen und Präsentation des Gerichts, der Garzustand und der Geschmack.