Edeka bleibt nicht solo

WITTLICH. Im Februar stimmte der Stadtrat zuletzt über einen Bebauungsplan im Konversionsgebiet ab. Es ging um Teilbereich B des "Quartier Français", in dem auch Edeka ansiedeln will. Er bestand aus Misch-, Gewerbe-, Sondergebiet. Jetzt soll alles Sondergebiet werden.

So schnell kann's gehen: Nach langem Hin und Her, ob ein Edeka-Markt mit 3500 Quadratmetern Verkaufsfläche im Konversionsgebiet der Stadt nutze oder schade, gab es einen Extra- Bebauungsplan, um das Projekt zu beschleunigen. Dieser Teilbereich B umfasst grob gesagt das Viertel des Ex-Kasernen-Gebiets, dass zwischen Klausenerweg, dem neuen Binnen- und dem gerade fertig gewordenen L 141-Kreisel liegt. Etwa zwei Fünftel des "B-Gebiets" war für Edeka als Sondergebiet ausgewiesen worden. Jetzt stimmte der Rat dafür, aus der gesamten Fläche B ein Sondergebiet (SO) zu machen. Ein Vorteil für Wittlich, betonte Bürgermeister Ralf Bußmer: "Für eine funktionierende Gesamtstadt wird ein gut anfahrbarer Außenbereich gebraucht. Erst dieser Gesamtzusammenhang macht ein Mittelzentrum wie unseres wettbewerbsfähig." Das Vorhaben widerspreche auch nicht dem im Vorfeld der geplanten Edeka-Ansiedlung von der Stadt in Auftrag gegebenen und bezahlten CIMA-Gutachten. So stimmte der Rat der ersten Änderung des rechtskräftigen Bebauungsplans zu. Dazu hieß es in der Vorlage, das Ziel sei, die "Schaffung der bauplanungsrechtlichen Voraussetzung für die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel. Da bei den vorgesehenen Betrieben die Grenze der Großflächigkeit von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche überschritten wird, ist die Festsetzung eines Sondergebietes großflächiger Einzelhandel auf der Fläche des derzeit festgesetzten Gewerbegebietes erforderlich." Elektro-Fachmarkt plus Aldi

Das zusätzliche Sondergebiet ist notwendig, um das Land zu verkaufen, denn die Interessenten sind Aldi und die Firma GFN München, die einen Vorvertrag mit Pro-Markt hat. Lothar Schaefer, als Stadtwerke-chef zuständig für das Konversionsgebiet, erklärte: "Aldi will rund 950 Quadratmeter mit Parkplätzen und die Firma GFN will einen Elektro-Fachmarkt von etwa 700 Quadratmetern ansiedeln, gegebenenfalls auch einen weiteren Fachmarkt. Dafür müssen wir Sondergebiete ausweisen, und das wollen wir jetzt auf den Weg bringen. Aldi und GFN wollen in diesem Jahr ihre Planungen abschließen und im Frühjahr 2007 mit den Bauarbeiten beginnen." Ansonsten verwies Lothar Schaefer darauf, dass an weiteren Nachfragen eine aus der Baumarktbranche, ähnlich Hela, vorliege und ein großer Möbelmarkt Interesse zeige sowie ein Lebensmittelgroßhandel. Bürgermeister Bußmer erläuterte: "Alle Anfragen, die außerhalb des CIMA-Rahmens liegen, werden von uns von vorneherein abgelehnt." So zitierte er aus dem Gutachten von 2004, dass die "Ansiedlung eines kleinen Elektrofachmarktes mit maximal rund 600 bis 800 Quadratmetern den gesamtstädtischen Branchenmix gut komplettieren" würde. Auf die Frage, ob überhaupt im Konversionsgebiet mit der Ansiedlung etwa von Handwerksbetrieben zu rechnen sei, oder eher mit weiteren Ausweisungen von Sondergebieten, sagte der Bürgermeister: "Wir haben stark beim Handwerk geworben. Es gab Nachfragen. Aber als wir die Flächen hatten, gab es keine Reflexion mehr. Das hat Gründe im Gesamt-Konjunkturellen-Bereich."