Edgar Reitz plant Auswanderer-Doku

Der Regisseur Edgar Reitz, weltweit bekannt durch seine Heimat-Trilogie, hat sich mit Landtagspräsident Joachim Mertes getroffen, um ihm seine Pläne zu "Heimat IV" vorzustellen. In einem Spielfilm und einem Dokumentarfilm will er sich dem Thema Auswanderer aus Rheinland-Pfalz in der Mitte des 19. Jahrhunderts widmen.

Hunsrück. (red) Dazu hat der in Morbach geborene Regisseur seit mehr als 20 Jahren - während der Produktion seiner "Heimat"- Trilogie - Fakten, Daten und Geschichten gesammelt.

Er wies darauf hin, dass gerade aus dem Hunsrück besonders viele Menschen in den Süden Brasiliens ausgewandert sind und im Umkreis der Stadt Porto Alegre und Santa Catarina heute noch die Hunsrücker Mundart gesprochen wird.

Nach Rio Grande do Soul gibt es auch heute noch zahlreiche gegenseitige Kontakte von Hunsrückern zu den Nachkommen der Auswanderer. Als besonders bewegend schilderte er die Geschichte zweier seiner Vorfahren, der Zwillingsbrüder Adam und Johann Reitz aus Hirschfeld, von denen einer damals nach Brasilien auswanderte. Mehr als 2000 Familien tragen heute in Santa Catarina den Namen Reitz und betrachten seine Filmserie "Heimat" als Kultobjekt ihrer nie verlorenen deutschen Identität. Reitz hat die Geschichte dieser Brüder erforscht und zu einem Filmdrehbuch verarbeitet. Reitz möchte damit stellvertretend an das Schicksal Tausender Menschen erinnern, die damals unter unendlichen Entbehrungen ihr Heimatland verlassen haben, weil sie hier in großer Armut lebten und keine Perspektiven sahen.

Landtagspräsident Joachim Mertes begrüßte das Vorhaben ausdrücklich und stellte die Veranstaltungsreihe des Landtages über die Auswanderung aus Gebieten des heutigen Rheinland-Pfalz nach Brasilien vor. Anlass sei der Beginn der Auswanderungswelle vor 185 Jahren.

"Die Heimatverbundenheit des Edgar Reitz und sein Mitgefühl für das damalige Schicksal der Menschen in der Hunsrück-Region überzeugen mich bereits heute, dass seine Filme zu Heimat IV wiederum ein großer Erfolg werden", glaubt Mertes.