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Edith Baumgart verabschiedet sich nach neun Jahren vom Vorsitz des CDU-Gemeindeverbandes Morbach. Doch will die 61-Jährige in der Politik weiter mitgestalten.

Politik : Rechtzeitig den Absprung gefunden

Edith Baumgart verabschiedet sich nach neun Jahren vom Vorsitz des CDU-Gemeindeverbandes Morbach. Die 61-Jährige will aber weiter die Politik mit gestalten. Ihr war es immer wichtig, alle Orte gleich zu behandeln.

Irgendwann muss Schluss sein. Das hat sich Edith Baumgart gedacht. Die 61-Jährige gibt nach neun Jahren an der Spitze der Morbacher CDU den Vorsitz im Gemeindeverband Morbach ab. „Ich habe den Posten eine Zeitlang gemacht. Man muss rechtzeitig den Absprung finden, um jungen Leuten eine Chance zu geben“, begründet sie ihren Abschied. Zudem ist sie stark in den landwirtschaftlichen Betrieb eingebunden, was sie immer mehr Kraft kostet.

Morgens und abends ist sie jeweils drei Stunden im Stall und versorgt die 85 Milchkühe. Und dann sind da noch die Enkelkinder, die zwei Mal pro Woche zum Essen kommen, und die beiden pflegebedürftigen Personen, die sie betreut. „Ich habe immer mehr als 150 Prozent gegeben“, sagt sie. „Dass mich mal jemand in einem Café sitzen sieht, das gibt es nicht. Dafür habe ich keine Zeit. Ich stehe immer unter Strom.“ Was Baumgart besonders betont, ist die Unterstützung der Familie in all den Jahren. „Ohne die ginge es nicht.“

Der Vorsitz im CDU-Gemeindeverband Morbach ist nicht das einzige Amt, das Baumgart aufgegeben hat. Bereits 2016 hat sie nach 16 Jahren den Vorsitz der Landfrauen im Kreis niedergelegt. Und auch dem Kreisvorstand des Bauernverbandes gehört sie nach 25 Jahren nicht mehr an, genauso wie der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer nach zwölf Jahren. „Ich baue meine Ämter nach und nach ab“, sagt sie. Doch will sich Baumgart aus der Politik nicht ganz verabschieden. Sowohl für den Kreistag, dem sie seit 2001 mit einer fünfjährigen Pause angehört, als auch für den Morbacher Gemeinderat, in dem sie sich seit vier Wahlperioden für Belange der Einheitsgemeinde engagiert, will sie erneut kandidieren. Sie hat überlegt, diese Ehrenämter auch aufzugeben, aber gar nichts mehr machen? „Ich brauche etwas anderes für meinen Horizont“, sagt sie.

Was ist Baumgart in ihrer Amtszeit als CDU-Vorsitzende wichtig gewesen? „Das gute Miteinander“, sagt die scheidende Parteivorsitzende. Sie habe sich stets für eine harmonische Zusammenarbeit eingesetzt. „Das ist für mich persönlich wichtig. Alles andere kostet mich Kraft“, sagt sie. Baumgart habe immer versucht, für den Bürger etwas zu gestalten. Dabei habe jeder mitreden können. „Jeder konnte sich einbringen“, sagt sie.

Die Arbeit als Parteivorsitzende habe ihr viel Spaß gemacht. Doch sei das gesellschaftliche Miteinander rückläufig, was man auch in der Partei merke. So seien früher Wanderungen organisiert worden, die in den letzten Jahren wegen mangelnder Beteiligung nicht mehr erfolgt sind.

Den Erfolg ihrer politischen Arbeit sieht sie, wenn sie die Orte der Einheitsgemeinde betrachtet. „Den Dörfern geht es gut“, sagt Baumgart. „Ich habe immer versucht, alle Orte gleich zu behandeln.“