Edle Stämme erzielen Rekordpreise

Edle Stämme erzielen Rekordpreise

Es sind Spitzenprodukte aus den Wäldern der Region. Auf dem Wertholzplatz bei Esch lagern die besten Holzstämme aus neun Forstämtern. Und auch bei der Menge und den Preisen sind dieses Jahr Spitzenwerte zu verzeichnen.

Esch. Der Stamm einer Trauben eiche ist das wertvollste Produkt der Wertholzversteigerung. Der Holzstamm sieht an der Schnittfläche schön ebenmäßig aus. Die Jahresringe sind gut zu erkennen. Wer nachzählen möchte, wird auf die Zahl 320 kommen. So alt war der Baum, als er gefällt wurde.
Doch nicht nur dieser Stamm sorgt bei Ullrich Frömsdorf vom Wittlicher Forstamt für Freude. "Es ist ein gutes Jahr für Eiche. Die Nachfrage ist riesig", sagt er. Allein bei der Traubeneiche liegt das Angebot 42 Prozent höher als im Vorjahr. Und das wirkt sich auch auf den Preis aus. In diesem Jahr wurden acht Prozent mehr bezahlt als im Vorjahr. Der Durchschnittpreis liegt 2016 bei 482 Euro pro Festmeter. Der beste Stamm der Versteigerung, der 3,40 Festmeter hat, einen Durchmesser von 94 Zentimetern und eine Länge von 4,9 Metern misst, hat sogar einen Erlös von mehr als 1000 Euro pro Festmeter erbracht.
Gefällt wurde der Baum im Bereich des Forstamts Saarburg. Zum selben Baum gehört auch der danebenliegende Stamm. Auch er ist zu einem guten Preis vom selben Abnehmer gekauft worden. Hätte man den Baum nicht geteilt, wäre er zu schwer für den Transport gewesen, sagt Frömsdorf.
Insgesamt lagern in diesem Jahr 802 Festmeter Holz aus neun Forstämtern (siehe Extra) auf dem Platz bei Esch nahe der Autobahnauffahrt Salmtal. Es sind neben Eiche auch Esche, Kirschbaum oder Lärche. Ein Mengenrekord, wie Ullrich Frömsdorf betont. Gefällt und angeliefert wird das Holz immer im Winter, die Versteigerung ist im Februar. Vor der Submission, bei der schriftliche Gebote abgegeben werden, haben die Bieter drei Wochen Zeit, das Holz zu besichtigen.
In diesem Jahr waren es 33 Firmen, die sich für das wertvolle Material interessiert haben. Verwertet werden die Stämme, die nur etwa ein Prozent des gesamten Holzeinschlags ausmachen, als Furnierholz oder für Massivholzmöbel. Auch einige französische Hersteller von Fässern sind unter den Käufern. Während idealerweise das Holz möglichst einheitlich in der Farbe sein soll, darf es bei dem Fassholz auch ein Stamm mit bläulichen dunklen Flecken sein.
Wie Frömsdorf sagt, kommen diese Flecken von Einschüssen während des Kriegs. Ganz schlecht sind dagegen Astlöcher beim Fassholz, es wäre nicht mehr dicht genug. Um das Holz richtig zu präsentieren, sind einige Vorbereitungen notwendig. Die angelieferten Stämme bekommen eine glatte Schnittfläche, müssen ausgerichtet und fixiert werden. Außerdem müssen der Platz und die Wege gepflegt sein. Die Kosten dafür werden auf den Verkaufspreis umgelegt. Bei einem Durchschnittspreis von rund 500 Euro pro Festmeter fallen die zehn Euro für den Transport und die drei bis vier Euro für die Präsentation allerdings nicht so stark ins Gewicht.
Extra

Für die Wertholzsubmission Mittelrhein/Mosel gibt es neben Esch noch einen Lagerplatz in Boppard. In Esch lagern die Spitzenhölzer der Forstämter Bitburg, Daun, Hillesheim, Hochwald, Prüm, Saarburg, Trier, Traben-Trarbach und Wittlich. noj

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