Edler Räuber und übler Lump

In Monzelfeld wird wieder Theater gespielt. Nach der Pause im vergangenen Jahr kommt dieses Mal erneut ein ernstes Stück zur Aufführung: "...vom Schinderhannes" in der Fassung von Armin Peter Faust aus Idar-Oberstein.

Monzelfeld. Nach monatelangen Proben präsentiert die Monzelfelder "Volksbühne Abendrot" die Premiere des nach Jahren wieder einmal ernsten Stückes "...vom Schinderhannes". Und zwar in der Fassung von Armin Peter Faust, Idar-Obersteiner Gymnasiallehrer und promovierter Philosoph.

Szenen aus Carl Zuckmayers Schinderhannes



Das vor 20 Jahren geschriebene Werk ist bereits in Hottenbach, Idar-Oberstein und Bad Sobernheim zur Aufführung gekommen. Dennoch handelt es sich bei der Version der Laiendarsteller des Heimatvereins Monzelfeld um eine Art Uraufführung.

Denn Faust hatte sein ursprüngliches Stück wenige Jahre später um ein zweites mit dem Schwerpunkt "Julchen" ergänzt. Nachdem beide Stücke bisher jeweils für sich aufgeführt wurden, hat Abendrot-Regisseur Stefan Kritten sie nun erstmals verwoben. "Ich bin gespannt, was er daraus gemacht hat", erzählt der mit Kritten befreundete Autor von der Nahe. Daher hat er es sich auch trotz einer Terminüberschneidung nicht nehmen lassen, bei der Premiere am Samstagabend dabei zu sein. Sogar die von ihm eingefügten "Pantomimen", Studenten und Professoren der Medizinischen Fakultät Mainz, seien in das Geschehen mit eingebunden. Die Herren lassen auf der Bühne immer wieder das Hinrichtungsprozedere Revue passieren und die anschließenden Experimente mit den sterblichen Überresten des Räuberhauptmanns und seiner Kumpanen.

Eine weitere Besonderheit des Stückes ist, dass es auch Szenen aus Carl Zuckmayers Schinderhannes (1927) enthält. Während Faust die historische Realität einfließen lässt, steht bei Zuckmayer der "edle Räuber" im Vordergrund. Das laut Kritten "abwechslungsreiche Theaterstück mit unterschiedlichsten Szenen" stellt an die "große Truppe von rund 40 Aktiven" dreier Generationen hohe Anforderungen. Die Aufführung sei "mit einem ungeheurem Aufwand verbunden".

Als Beispiel nennt er das aufwendig gestaltete Bühnenbild. Eine weitere Leistung sind laut der Vereinsvorsitzenden Eva Bormann die Kostüme. Einige, wie die Uniformen, seien zwar geliehen. Doch die meisten Kostüme habe Krittens Ehefrau Heidi aus alten, mit Zwiebeln, Roter Beete und Holunder eingefärbten Leinen-Betttüchern genäht.

"So ein Stück haben wir noch nicht gehabt", betont Regisseur Kritten nach mehr als 20 Jahren Monzelfelder Theater mit historischen Vorläufern wie "Cusanus" oder "Eberhard von Klausen".

Aufführungen in der Bürgerhalle: Premiere Samstag, 22. November, 19 Uhr. Weitere Termine: Samstag und Sonntag 29. und 30. November, je 19 Uhr sowie Samstag, 6. Dezember, 19 Uhr und Sonntag, 7. Dezember, 17 Uhr. Eintritt sieben Euro. Kartenvorverkauf: Rudi und Maria Schommer, Telefon 06531/3536, täglich 18 bis 20 Uhr.

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