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Wie steht es mit der Energiewende im Hunsrück, in der Eifel und an der Mosel? Das wollte die Kreistagsfraktion der Linken/ÖDP wissen und hat eine Anfrage gestellt. Das Ergebnis: Im Kreis wird in vielen Bereichen Energie gespart und es gibt gleich mehrere Projekte: Von der Energiegenossenschaft bis zum „Smart Village“

Umwelt : Energiewende: Der Kreis wird immer grüner

Wie steht es mit der Energiewende im Hunsrück, in der Eifel und an der Mosel? Das wollte die Kreistagsfraktion der Linken/ÖDP wissen.  Das Ergebnis: Im Kreis gibt es eine Vielzahl von Projekten: Von der Energiegenossenschaft bis zum „Smart Village“.

Umweltschutz ist ein beherrschendes Thema in der Politik und in den Medien. Derzeit erhitzt die Einführung einer CO2 Strafsteuer die Gemüter. Aber was wurde und wird bereits konkret für die Energiewende im Landkreis Bernkastel-Wittlich getan? Das wollte die Fraktion der Linken/ÖDP wissen und hat nun Antworten auf einen komplexen Fragenkatalog erhalten. Um es vorweg zu nehmen: Es gibt eine Vielzahl von Projekten und Maßnahmen im Landkreis, die alle ein Ziel gemeinsam haben: Energie zu sparen und auf regenerative Energien zu wechseln, um langfristig von fossilen Brennstoffen unabhängig zu werden.

Energetische Gebäudesanierungen: Seit 2014 wurden von 21 Schulen und Turnhallen im Landkreis 18 Gebäude mit Hackschnitzelheizungen, Photovoltaikanlagen und Solaranlagen ausgerüstet. Auch das Kreishaus wird mit einer Holzpelletanlage versorgt. 8220 Megawattstunden Energie werden mit Hackschnitzel/Pellet-Heizungen erzeugt, 265 Megawattstunden Strom stammt aus Photovoltaikanlagen. Nur noch drei Schulen werden konventionell mit Gas geheizt, in mehreren Schulen wurde die Wärmedämmung verbessert.

Ausbau und Förderung von regionalen erneuerbaren Energien: Rheinland-Pfalz hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 den Stromverbrauch zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien zu decken. Im Landkreis Bernkastel-Wittlich zeigt sich im Energieatlas Rheinland-Pfalz eine Steigerung: Die Stromeinspeisungsbilanz weist im Jahr 2010 382 747 Tausend Kilowattstunden aus. Im Jahr 2017 sind es schon 562 859 Tausend Kilowattstunden. Neben dem Energieatlas Rheinland-Pfalz führt auch die Struktur und Genehmigungsdirektion Nord seit 2015 ein Energieportal, in dem verschiedene Karten mit den Standorten von Windkraft, Photovoltaik und Wasserkraft angezeigt werden.

Laufende Projekte im Landkreis: Der Träger der Energie Bernkastel-Wittlich-AöR beabsichtigt, aus den Einnahmen der Verpachtung der Baugenehmigungen des Windparks am Ranzenkopf an die Betreibergesellschaft weitere Projekte, besonders im Bereich der erneuerbaren Energien zu initiieren. Am Ranzenkopf ist der bislang größte Windpark des Landkreises, in dem der Kreis selbst zehn Anlagen betreibt, die 75 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzeugen. Insgesamt sind 71 Windenenergieanlagen am Netz. Der Landkreis betreibt, so die Kreisverwaltung, bereits seit 2011 ein Solardachkataster, um Bevölkerung und Gewerbebetrieben die Möglichkeiten von Photovoltaikanlagen zu zeigen.

Am Projekt „Bioenergiedörfer“ (Smart Villages) beteiligen sich im Landkreis 14 Ortsgemeinden, die Quartierskonzepte erstellen, um Förderungen des Landes in Anspruch zu nehmen. Dabei geht es unter anderem um die Einrichtung von Blockheizkraftwerken und Isoliermaßnahmen.

Genossenschaften und Initiativen im Landkreis: Bislang ist der Kreisverwaltung eine Genossenschaft bekannt, die Energiewende Hunsrück-Mosel eG in Monzelfeld, die Photovoltaik im Ort ausbaut und zudem eine E-Car-Sharing-Stelle mit zwei Fahrzeugen betreibt.