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"Eh besschen ass mieh wie eh wennisch"

"Eh besschen ass mieh wie eh wennisch"

Gute Laune und viel Witz aus den Dörfern rund um Manderscheid waren beim ersten Mundartnachmittag zu hören. Kinder und Erwachsene präsentierten mit Musik und Gesang moselfränkischen Dialekt im Manderscheider Kurhaus.

Manderscheid. "Joden Dach matt enahna" - Guten Tag miteinander, begrüßte Moderator und Initiator Günter Schneider aus Oberscheidweiler die 160 Gäste beim ersten Manderscheider Mundartnachmittag. Stimmungsvoll war bereits die Eröffnung mit dem Eifellied "O du mein Heimatland" vom Kirchenchor Ober-Niederscheidweiler. Sofort sprang der Funke auf die Zuhörer über, die aus fast allen Dörfern der Verbandsgemeinde kamen, wie Bürgermeister Wolfgang Schmitz auf Pantenburger Platt herausfand. Der Nachmittag war voller Elan und Lebendigkeit. Selbst nach drei Stunden waren die Zuhörer hellauf bei der Sache und erfreuten sich an der Zugabe von Mundartsängerin Sylvia Nels aus Rittersdorf. Nach jedem ihrer Werke bedankte sie sich mit "Enn decken Merci", einem großen Dankeschön.
"Sou schwäätzt Maanischd - so spricht Manderscheid" erläuterte Carlo Padilla und gab vier Gründe an, warum das Moselfränkisch nicht aussterben darf: Platt ist einfach, notwendig, praktisch und gut, um Witze zu erzählen. Hans Peter Schäfer aus Greimerath präsentierte einen Song von der Kirmes im Dorf und eine Eigenkomposition, die vom Bau der Bahnlinie Wittlich-Daun handelt. Kinder aus Meerfeld vermittelten zusammen mit Fred Foegen jede Menge Dialektbegriffe, mal als Gesang, mal gesprochen. Das Meerfelder Maar sei so schön, dass die Manderscheider es mit Eimern in die Stadt tragen würden, um es zu besitzen, meinten sie. "Awa dat gän mir net her!" Selbst die Manderscheider applaudierten kräftig.
Immer wieder ging das Publikum mit, gab gelegentlich Antworten oder lachte kräftig wie bei den "Loofelda Steckelscha" mit dem Laufelder "Gruusmaul" Hans-Peter Weinand. Beim Spaziergang durch Eckfeld erfreute Paula Goeden mit einem Gedicht des Eckfelders Johann Neis (1912-1980). Hans Peter Theisen aus Niederöfflingen vermittelte Hintergrundwissen zur Geschichte der Edeltrudiskapelle. Walter Densborn sprach vom "Dunst der Liebe" über dem Salmtal bei seinen Erläuterungen zum Clara-Viebig-Brunnen des Bildhauers Johann Baptist Lenz in Eisenschmitt.
Immer wieder erhielt Moderator Günter Schneider Applaus für seine Erzählungen und Sprüche wie: "Eh besschen ass äbbes mieh wie eh wennisch, awa eh wennisch ass immer noch äbbes mih wie eh Kailschen." Auf Hochdeutsch: "Ein bisschen ist etwas mehr als ein wenig, aber ein wenig ist immer noch mehr als ein Häufchen." Mit dem gemeinsamen Lied "Kein schöner Land in dieser Zeit" endete ein kurzweiliger und zugleich niveauvoller Mundartnachmittag. ger
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