1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

ehemaliges Malteserhaus im Grünewald wird zum Haus für Umweltbildung.

Natur : Wildkochkurse und Bienenhotel

Das ehemalige Malteserhaus im Grünewald wird zu einem Haus für Umweltbildung. Kinder und Erwachsene sollen davon profitieren.

Viele Tannenbäume stehen noch in den Wohnzimmern, da hat Revierförster Mario Sprünker sich für 2018 schon einiges vorgenommen. Beispielsweise das Waldhaus, das an der Landesstraße 52 Richtung Greimerath und Hasborn liegt. Das Gebäude, das der Stadt gehört, soll zu einem Haus für Umweltbildung werden.

Zuvor wurde es von den Maltesern für Freizeiten genutzt. Fast 25 Betten standen für Übernachtungen bereit, Toiletten und Duschen gibt es auch. Mario Sprünker: „Das Haus ist in seinem derzeitigen Zustand nicht mehr vermietbar. Wichtig ist die Verkehrssicherungspflicht auf dem Gelände, hier mussten einige kranke Eschen und Fichten gefällt werden, was für uns als Forst aber kein Problem war.“

Weiter sagt er: „Toll ist hier, dass das Gelände rund 3800 Quadratmeter groß und umzäunt ist, so dass man hier auch mit kleineren Kindern was machen kann, ohne dass sie verloren gehen.“ Das Gelände liegt direkt am Parcours, an dem der Grundschulwaldtag stattfindet. Außen sind fast 20 Vogelnistkästen und ein Insektenhotel angebracht worden, es gibt eine Wildkammer, die Jäger der Revierjagd Wengerohr nutzen können. Holzbänke und Tische sollen die Möglichkeit bieten, sich im Gebäude aufzuhalten. „Auch die Waldarbeiter können hier bei schlechtem Wetter rein.“ Der Revierförster kann sich auch vorstellen, dass hier einmal Wildkochkurse stattfinden. Eine Dauerausstellung „Wald“ ist in Planung. Von außen ist es schon mit Brettern neu eingeschalt.

Bisher lagen die Investitionen bei  rund 20 000 Euro. „Wir werden vielleicht noch eine kleine Teeküche einbauen, aber es werden keine großen Umbauten nötig sein,“ so Sprünker.

Finanziell steht der Wittlicher Wald gut da. Im Jahr 2017 gab es einen Überschuss von rund 67 000 Euro. Mario Sprünker erklärt: „Der Wittlicher Wald soll von den Baum­arten weiterhin breit gefächert sein, damit die Wirtschaftlichkeit gewährleistet bleibt.“ Deshalb soll auch der Nadelholzanteil bleiben, aber nicht in hektargroßen Monokulturen. In den kommenden Jahren wird die Fichte durch Douglasie und Tanne ersetzt werden, da sie ökologisch wertvoller sind.

Ein besonderes Projekt, das 2017 umgesetzt werden konnte, ist in der Nähe des Wittlich-Lüxemer Steinbruchs. Dort sind im vergangenen Jahr auf 1,5 Hektar 7500 Eichen gesetzt worden. „Seltene Fledermausarten und Orchideen sind hier beheimatet, und der Standort ist für Eichen besser geeignet, als für die Fichten, die dort standen“, so Sprünker.

In Zukunft will der Revierförster, mehr Geld in den Wegebau investieren. „Wir haben eine hohe Wegedichte, und die Holz- und die Wandernutzung haben verschiedene Anforderungen. Rund 300 Fuhren Holz werden pro Jahr im Wittlicher Wald gefahren, da sollten die Wege stabil für die Lastwagen sein. „Wir haben hier rotliegendes, weiches Gestein, da ist ein solider Unterbau wichtig, sonst sind die Wege schnell kaputt und für Wanderer schlecht zu gehen“, so der Förster, dem die Arbeit und die Ideen, bei seinen nachwachsenden Rohstoffen nicht ausgehen.