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Ehrenamt: Inkarta Kapelle in Bernkastel-Wehlen verschönert

Geschichte : Die Erinnerung wachhalten

Ein Wehlener Bürger hat die Inkart-Kapelle an der L 47 wieder hergerichtet. Sie erinnert an die Zeit, als die Pest im kleinen Wehlener Vorort wütete.

Es ist eine kleine, schlichte Kapelle, die nah an der L 47 zwischen Machern und Wehlen bei Bernkastel-Kues steht. Viele fahren an ihr vorbei, ohne überhaupt von ihr Notiz zu nehmen. Aber dieses unscheinbare Gebäude kann eine bedeutende Geschichte erzählen. Herbert Baum aus Wehlen hat sie in den vergangenen Wochen neu gestrichen, die Farbe hat die Stadt ihm bezahlt. „Ich habe das Kapellchen neu gestrichen und ausgebessert, der Putz musste an manchen Stellen erneuert werden,“ erzählt Baum. Ein paar Vormittage habe er investiert, denn „nachmittags gehe ich spazieren“. Wie er dazu gekommen ist: „Ich fahre oft mit dem Fahrrad hier vorbei und dachte, das muss mal gemacht werden.“ Ortsversteherin Gertrud Weydert freut sich über das ehrenamtliche Engagement von Baum. „Es ist prima, dass die Kapelle neu gestrichen wurde. Ich glaube ja nicht, dass die Leute heute so ein Kapellchen nach einer großen Seuche bauen würden. Es wird wohl keine Corona-Kapellen geben. Aber damals war das so. Es ging den Menschen darum, die Erinnerung wach zu halten, dass hier mal was war.“

Das, was hier mal war, wo heute die Autos über die Landesstraße donnern, ist das Dorf Inkart, wie Gertrud Weydert erzählt. „Die Kapelle, sowie auch der aeuf der anderen Straßenseite liegenden St. Marienbrunnen, wurden zur Erinnerung an das Dorf Inkart erbaut, dass im Jahr 1627 durch die Pest- Welle des Dreißigjährigen Krieg vernichtet wurde,“ erzählt die Ortsvorsteherin. Inkart war demnach keine selbstständige Gemeinde, sondern nur ein Ortsteil von Wehlen. Die Kapelle wurde 1661 von Emrich Caspari errichtet, der - so sei es immer erzählt worden - aus Inkart stammte. Die originalen Holzstatuen des Apostel Jacobus und der Muttergottes wurden gestohlen und später ersetzt.

 Die Holzstatue zeigt den Apostel Jacobus.
Die Holzstatue zeigt den Apostel Jacobus. Foto: TV/Hans-Peter Linz
 Zentrales Element der Kapelle ist diese Mutter-Gottes-Figur.
Zentrales Element der Kapelle ist diese Mutter-Gottes-Figur. Foto: TV/Hans-Peter Linz
 Herbert Baum und Gertrud Weydert an der Kapelle: Die Leitplanke der Ortsumgehung führt dicht an ihr vorbei.
Herbert Baum und Gertrud Weydert an der Kapelle: Die Leitplanke der Ortsumgehung führt dicht an ihr vorbei. Foto: TV/Hans-Peter Linz
 Die Inkart-Kapelle in neuem Glanz. Foto: Hans-Peter Linz
Die Inkart-Kapelle in neuem Glanz. Foto: Hans-Peter Linz Foto: TV/Hans-Peter Linz
 Herbert Baum hat die Kapelle neu gestrichen.
Herbert Baum hat die Kapelle neu gestrichen. Foto: TV/Hans-Peter Linz

Die Kapelle ist über den Fahrradweg erreichbar. Ursprünglich stand sie nicht so nah an der Straße, aber als die L 47 im Zuge der Ortsumgehung von Wehlen versetzt wurde, rückte sie näher an die Kapelle heran.