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Ehrenplatz für eine alte Colaflasche

Ehrenplatz für eine alte Colaflasche

MALBORN. (jolo) Umweltfrevel gibt es überall. Auch im 1000-Einwohnerdorf Malborn. Jetzt zogen 40 Kinder, Jugendliche und einige Eltern mit Ortsbürgermeisterin Gabriele Neurohr und dem Gemeindearbeiter los, um ihren Wald von Unrat zu befreien. Dabei förderten sie so manches zutage. Als Rarität fanden sie eine Colaflasche aus dem Jahre 1973.

Lisa Düpre kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht. Sie ist mit sieben Jahren die Jüngste der zirka 40 Helfer und Helferinnen, die in den nächsten Stunden den Malborner Wald durchkämmen werden. Denn in der Gemeinde steht ein so genannter Umwelttag an, mit dem eine Auflage der Kreisverwaltung erfüllt wird. Diese Auflage besagt, den Malborner Wald von wilden Ablagerungen zu befreien. Schon an der ersten Station - eine von vieren - finden die Helfer Dinge, die sie nicht für möglich halten. Jennifer Poth und Markus Kerpen, der fürs Müllsackaufhalten eingeteilt ist, schütteln immer wieder ihre Köpfe. Sie können nicht verstehen, dass Menschen Gartenzäune, Wellblech, Teppiche und sogar volle Einmachgläser in den Wald werfen. Und auch an der nächsten Station muss die zehnjährige Marie-Theres Kläs, die wie alle anderen Helfer begeistert bei der Sache ist, etliche Dosen in den Müllsack bugsieren. Plötzlich wird die Suchaktion, die Paul Düpre, Andrea Edringer, Lothar Neurohr und Gemeindearbeiter Reimund Borresch lenken, von einem Jubelschrei unterbrochen. Der Grund: Die Helfer haben eine Colaflasche gefunden, die seit dreißig Jahren im Wald geschlummert hat. Die Rarität, auf der die Jahreszahl 1973 eingeprägt ist, wird nicht in den Container wandern, sondern im Jugendraum einen Ehrenplatz erhalten. Nachdem die letzte Station und die Hauptwaldwege abgefahren und gereinigt sind, ist die Arbeit vorbei und es wartet das Vergnügen: Alle Helfer dürfen sich nämlich über Bratwürstchen und kalten Getränke freuen, die die Gemeinde gespendet hat