Eiche statt Riesling

BURG. Die Rebfläche an der Mosel schrumpft. Auch in der Gemeinde Burg gibt es inzwischen viele Brachflächen. Damit sie nicht verwildern und das Landschaftsbild trüben, sucht man allerorts nach alternativen Bewirtschaftungsmöglichkeiten. In Burg wurden jetzt drei Hektar ehemalige Weinbergsflächen aufgeforstet.

Einst reiften im oberen Teil der Weinlage Burger Falklay Riesling-, Müller-Thurgau- und Kerner-Trauben. Doch weil sich der Weinanbau in dieser mittelguten Lage trotz durchgeführter Flurbereinigung offenbar nicht mehr lohnt, haben die Winzer vor Jahren die Rebstöcke abgeschnitten. Brombeeren und andere Sträucher und Hecken haben sich in dem Areal längst breit gemacht. Was tun mit den Brachflächen, die keinen Ertrag abwerfen und das Landschaftsbild der Mosel trüben? Ortsbürgermeister Reiner Bucher: "Wir haben an verschiedene Möglichkeiten gedacht, an eine Beweidung mit Ziegen oder Schafen. Doch eine solche Nutzung ist dort kaum möglich, zumal man auch jemand finden muss, der's macht." Schließlich entschloss sich die Gemeinde für die Wiederbewaldung dieser Lage. Insgesamt geht es um fünf Hektar, drei Hektar zusammenhängende Fläche blieben übrig, weil nicht alle Grundstückseigentümer mitmachten. Vor zwei Jahren fanden die ersten Gespräche statt, an denen neben der Gemeinde die Forstverwaltung Traben-Trarbach, das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel und die Verbandsgemeinde Traben-Trarbach beteiligt waren. Erheblich erleichtert wurde die Entscheidung aufzuforsten durch die Förderzusage des Landes. 15 000 Euro gibt es für die Erstaufforstung der ehemaligen Weinbergsflächen in der Burger Falklay. Der Eigenanteil der Gemeinde beträgt 5000 Euro. Im April dieses Jahres begannen die Mitarbeiter des Forstreviers Enkirch/Burg mit den Arbeiten. Sie setzten einjährige Sämlinge von Traubeneiche, Esskastanie, Hainbuche und Kirsche. Entlang des Burger Weinlehrpfades am Waldaußenrand erfolgte eine Bepflanzung mit ebenfalls heimischen Gehölzen wie Wildbirne, Speierling, Felsenbirne, Haselnuss und Weißdorn. Forstreferendar Frank Lorenz, der das von seinem Vorgänger Matthias Menzel geplante Projekt betreut, erklärt: "Wir haben ausschließlich dem Standort angepasste Laubgehölze verwendet. Zunächst wurde plätzeweise die Konkurrenzvegetation abgemäht, dann gepflanzt." Ortsbürgermeister Reiner Bucher freut sich, dass sich die meisten Winzer an dem Projekt beteiligt haben, denn eine zusammenhängende Mindestfläche ist Voraussetzung für eine Förderung. So kam in zwei Teilflächen mit insgesamt drei Hektar die Aufforstung zustande. Die Gemeinde hat die Parzellen für 20 Jahre gepachtet. Danach sind die Winzer kleine Waldbesitzer. Allerdings können sie dann nicht einfach die Bäume abholzen und das Holz verkaufen. Der ökonomische Wert ist also relativ gering, umso größer ist aber der landespflegerische Wert für die Gemeinde. Innerhalb der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach ist die Aufforstung in der Burger Falklay das erste Projekt dieser Art. Eine ähnliche Maßnahme gab es bereits in Osann-Monzel. Inzwischen haben auch andere Moselgemeinden Interesse an einer solchen, mit Landesgeldern geförderten Erstaufforstung angemeldet.