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Eiche und Kirsche lassen die Kasse klingeln

Eiche und Kirsche lassen die Kasse klingeln

VELDENZ. (urs) Der Veldenzer Wald birgt wahre Schätze an altem, und vor allem wertvollem, Holz. Er birgt auch Chancen für die Tourismusgemeinde und das Ökosystem Wald.

Wenn in Veldenz die Beratung über den Forstwirtschaftsplan ansteht, sind trübe Mienen fehl am Platz. Denn anders als in vielen anderen Moselgemeinden schreibt der Forst noch schwarze Zahlen. Und das "schon immer", wie Ortsbürgermeister Norbert Sproß versichert. Auch für 2006 rechnet Revierförster Jürgen Fries mit einem Plus von gut 4000 Euro. Ausschlaggebend dafür sind laut Fries mehrere Faktoren. So zähle Veldenz mit 680 Hektar Wald zu den waldreichsten Dörfern der Verbandsgemeinde. Entscheidend sei aber die Struktur des Waldes mit einem "hohen Laubholzanteil, ertragreichen Fichtenbeständen und - auch ökologisch wertvollen - 200 Jahre alten Eichenwäldern". Die besten Preise seien derzeit für Furnier- und Fassholzeiche sowie Kirsche zu erzielen. Bei der jährlichen Wertholzsubmission in Hasborn hat das Revier dafür im Schnitt 452 beziehungsweise 508 Euro pro Festmeter erzielt. Für den besten Eichenstamm gab es sogar 569 Euro pro Festmeter. Auch im Vorjahr schnitt Veldenz hervorragend ab und bekam für knapp 21 Festmeter Eiche (17 Stämme) 424 Euro pro Festmeter. Ordentliche Preise gibt es darüber hinaus für Douglasie, die als Ersatz für Fichte, die preislich etwas anzieht, an Bedeutung gewinnt. Während die Fichte zwei Drittel des Einschlags ausmacht, hält sich Fries beim Buchenholz derzeit zurück. Die Gründe dafür seien die schlechte Nachfrage und ein ebensolcher Preis. Was ihn doppelt betrübt. Denn vom Heizwert her entspreche ein Raummeter Brennholz etwa 200 Litern Heizöl. Mit 22 bis 25 Euro pro Raummeter sei Holz also viel günstiger und zudem CO2-neutral, da beim Verbrennen nur so viel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie der Baum selbst gespeichert hat. Unterm Strich rechnet Fries für den in diesem Jahr geplanten Holzeinschlag von 3750 Festmetern mit Einnahmen von 130 000 Euro. Neben dem Holzverkauf misst der Revierförster der Öffentlichkeitsarbeit große Bedeutung zu. Denn Forstwirtschaft bedeute nicht nur Bewirtschaftung und Erhalt. "Auch die Einbindung des Menschen in das Ökosystem Wald spielt eine entscheidende Rolle", so Fries. Fichten werden aus der Luft gestutzt

Hinzu komme, dass es für eine Tourismus-Gemeinde wie Veldenz wichtig sei, Führungen oder Themen-Wanderungen anbieten zu können. Abgesehen von auf Urlauber oder Fachgruppen zugeschnittenen Exkursionen, sei die Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten und Vereinen bedeutsam. Im vergangenen Jahr summierte sich die Zahl der Teilnehmer an solchen Angeboten auf fast 400, führt Fries die wachsende Bedeutung seiner berufsorientierten Freizeitbeschäftigung vor Augen. "Ich war selbst erstaunt", gesteht er ein. Eine Aktion anderer Art ist im Januar im Forstrevier vorgesehen. Wie Ortsbürgermeister Norbert Sproß informiert, beabsichtigt das RWE das Freischneiden von Fichten um den Haardtkopf. Die Bäume sollen vom Hubschrauber aus gestutzt werden.