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Eifel: Gewitter wütet über Wiersdorf und beschädigt Einsiedelei

Unwetter : Wiersdorfer Einsiedelei bei schwerem Gewitter beschädigt

Ein heftiges Gewitter hat am Wochenende im Wald bei Wiersdorf viel Schaden angerichtet. Betroffen davon ist auch das Kleinod Einsiedelei.

Leo Hülpes steht fassungslos vor dem gut acht bis neun Meter hohen Stumpf der mächtigen Buche. Der ehemalige Ortsbürgermeister aus Wiersdorf ist Vorsitzender des Vereins Die Einsiedler, der sich um die Pflege und den Erhalt der Wiersdorfer Einsiedelei samt Kapelle und Kreuzweg kümmert. Und er ist zunächst einmal froh, dass der obere Teil der Buche nicht auf die Kapelle gestürzt ist. Dafür aber hat die Krone einen Teil des Kreuzweges zerstört.

Wie groß der Schaden ist, lässt sich auch zwei Tage nach dem Vorfall noch nicht genau sagen. Dafür muss zunächst die dicht bewachsene Krone zersägt und beseitigt werden. „Wir müssen hier sehr behutsam vorgehen, damit wir nicht noch mehr Schaden anrichten“, sagt Hülpes, der selbst im Waldbau tätig ist. Dass der Baum überhaupt abgebrochen ist, wundert ihn. Am Stumpf und auch an der Krone ist nichts zu erkennen, was auf Fäulnis oder Krankheiten hinweisen könnte. Die Kräfte, die auf diesen Baum gewirkt haben, müssen also enorm gewesen sein.

Passiert ist das in der Nacht von Samstag auf Sonntag während des Gewitters. Und die Buche auf dem Gelände des Wiersdorfer Kleinods ist bei weitem nicht der einzige Baum, der diesem Wetterereignis zum Opfer gefallen ist. Nicht weit von der Einsiedelei offenbart sich das Ausmaß. „Das war eine richtige Windhose, die von oben aus Richtung Koosbüsch hier durchgefegt ist“, sagt Hülpes und zeigt auf die geschätzt gut 200 Meter breite Schneise der Verwüstung, die der Sturm in einem privaten Fichtenbestand oberhalb der Einsiedelei hinterlassen hat.  Unzählige umgestürzte Bäume liegen im Hang. Weitere hängen verkeilt zwischen den Stämmen von Fichten, die dem Ereignis zwar standhalten konnten, möglicherweise nun aber ebenfalls gefällt werden müssen, da sie sonst völlig schutzlos im Hang stünden.

 Die abgebrochene Krone einer mächtigen Buche hat einen Teil des Kreuzwegs bei der Wiersdorfer Einsiedelei-Kapelle beschädigt.
Die abgebrochene Krone einer mächtigen Buche hat einen Teil des Kreuzwegs bei der Wiersdorfer Einsiedelei-Kapelle beschädigt. Foto: Uwe Hentschel

Nicht ganz so schlimm sieht es ein paar hundert Meter weiter südlich Richtung Hermesdorf aus. Allerdings blockieren dort die ebenfalls zahlreich umgefallenen Fichten ein Stück des Prümtal-Radwegs zwischen Wiersdorf und Hermesdorf.  Radfahrer kommen dort definitiv nicht mehr weiter.

Eingeschränkt ist auch der Zugang zur Einsiedelei. Zu erreichen ist die Kapelle derzeit am ehesten über den Weg oberhalb der Anlage. Der Kreuzweg bleibt gesperrt, bis die Baumreste beseitigt sind. Allzu lange wird das aber voraussichtlich nicht dauern.  Denn für den 25. Juli ist eine Bergmesse bei der Einsiedelei geplant.

Und Hülpes ist zuversichtlich, dass bis dahin die Schäden auch wieder weitgehend behoben sind. Dass es dabei bleiben wird, glaubt er allerdings nicht: „Wir müssen davon ausgehen, dass wir solche Ereignisse in Zukunft noch viel öfter haben werden.“