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Eifel-Kulturtage: Carmela de Feo tritt im Atrium in Wittlich auf

Kabarett : Die Signora in Bestform in Wittlich

Carmela de Feo hat im Atrium in Wittlich ihre siebte Weihnachtsshow präsentiert. Und sie wird nicht schlechter, sondern findet immer neue Möglichkeiten, Weihnachten mit allen anderen wichtigen Themen zu verbinden. Wie mit dem Ruhrgebiet, einem Prinzen oder auch Kinder auf die Welt bringen.

Sie möchte gerne schlechte Presse, sie sehnt sich geradezu nach einem richtigen Verriss in der Zeitung. Das sagte Carmela de Feo auf der Bühne. Den Gefallen können ihr die Medien aber einfach nicht tun, denn: Sie ist einfach zu gut. 

Wenn die Besucher nach zwei Zugaben und zwei Stunden, die ohne Pause wie im Flug vergangen sind, sagen: „So viel habe ich schon lange nicht mehr gelacht“, oder „Mann, die ist richtig gut gewesen“, wird das einfach nichts mit der schlechten Presse.

 Vor ihr ist auch Weihnachten nicht sicher: Carmela de Feo oder La Signora hat die Balance zwischen Besinnlichkeit und herzhaftem Lachen gut im Griff.
Vor ihr ist auch Weihnachten nicht sicher: Carmela de Feo oder La Signora hat die Balance zwischen Besinnlichkeit und herzhaftem Lachen gut im Griff. Foto: Bents Christina

Dabei ist es schon das siebte Weihnachts­programm, das sie auf die Beine stellt. Und man könnte meinen, dass ihr doch auch irgendwann mal nichts mehr einfallen würde. Dem ist nicht so. De Feo kommt immer noch wie eine Naturgewalt – mit Tempo, Spontaneität und sehr viel Energie – auf die Bühne. Dazu kann sie Akkordeon spielen, bezieht das Publikum mit ein und nimmt sich selbst nicht zu ernst. Das alles zusammen­genommen führte dazu, dass sie aktuell den Deutschen Kleinkunstpreis gewonnen hat. „Bei den Eifel-Kulturtagen haben wir ihr Können schon 2016 erkannt und ihr den Publikumspreis verliehen“, berichtete Rainer Laupichler, Geschäftsführer der Eifel-Kulturtage, bei seiner Einführung dazu.

In ihre Weihnachts­show ist viel Musik integriert. Sie spielt beispielsweise das Lied „mit dem Deo“, damit meint sie „Gloria in Excelsis Deo“. Die 226 Besucher im ausverkauften Atrium singen mit, und La Signora gibt die zweite Stimme dazu. „Damit melde ich uns bei ‚The Voice‘ an“, sagt sie begeistert.

Dann widmet sich die Kabarettistin den typischen Weihnachts­ritualen, etwa dem Adventskalender, den man für die „lieben Kinderchen“ als Mutter natürlich selbst bastelt aus 24 leeren Klo­papier­rollen. Die hat man aber meist nicht und muss dann bei den Nachbarn, im Dunkeln, in der Alt­papier­tonne welche suchen. „Tiefer kann man als Mutter nicht sinken“, ist ihr Kommentar dazu.

Immer wieder geht de Feo auf zwei, drei Besucher ein, die sie schon zu Beginn ihres Auftritts nach ihren Familien­verhältnissen und ihrem Geschenkverhalten fragte – oder danach, was sie am Partner nervt.

Zwischendurch kommt dann wieder ein Lied, das sie oft mit dem Akkordeon begleitet. Sie gibt auch einen Schnell­durchlauf durch Weihnachts­lieder, bei dem sie mehr als 14 Stücke kurz anspielt. Und gerade als die Besucher die ersten Takte mitsingen, geht sie gleich zum nächsten über. Dazwischen fragt sie dann den Gast in der zweiten Reihe, ob er denn jetzt endlich eine Idee habe, was er schenken wolle – um sofort wieder weiter Weihnachts­lieder zu spielen.

Das Thema Mann und Frau kam selbstverständlich auch zur Sprache, denn nach der Meinung der Signora sind Männer und Frauen zusammen ein Missverständnis. Energie­geladen singt sie „Feliz Navidad“, während sie vorher darüber sinniert hat, dass sie noch auf einen Prinzen wartet und ihre „Grubenlampe untenrum noch nicht erloschen ist“. Dazu springt die Künstlerin ge­danklich zum Ruhr­­gebiets­spruch: „Wir kehren nicht, wir schrubben, Glück auf.“ Eine Nuss­knacker­suite tanzt sie zudem. „Und wenn ihr wollt, auch noch die Erdnuss, die Walnuss oder wir machen Studentenfutter draus.“

Zwei Zugaben gab es, unter anderem einen umgedichteten „Wellerman“-Song. Und an der Kasse sammelte ihr Assistent Ben Ullrich für die SOS-Kinderdörfer, was ihr sehr am Herzen liegt.