Eifelsteig wird zum Geburtstag aufgehübscht

Kostenpflichtiger Inhalt: Tourismus : Eifelsteig wird zum Geburtstag aufgehübscht

Damit der Fernwanderweg in der Liga der deutschen Wanderwege weiter ganz oben mitspielt, soll er zu seinem zehnten Geburtstag aufgewertet werden. Auch beim Marketing sollen neue Wege eingeschlagen werden.

Zehn Grad und Nieselregen: Ein Oktobermorgen am Weinfelder Maar bei echtem Eifelwetter. Nebelschleier liegen über dem blau schimmernden Maar im Vulkankrater, der von sattem Grün umsäumt wird. Stille. Die schroffe wildromantische Naturkulisse samt der Kapelle zieht den Betrachter in ihren Bann: perfekt für eine intensive Erholung und Entspannung.

Wie mit dem Weinfelder Maar in Schalkenmehren gibt es entlang des Eifelsteigs von Aachen bis Trier gewisse Orte mit ganz besonderer Aufenthaltsqualität. Die Weifelsjunk-Hütte in Manderscheid nahe der Burgen, das Kloster Himmerod und auch das Trierer Land mit seinen Felsen und Höhlen: Wer auf dem Eifelsteig unterwegs ist, der findet entlang des Weges Landmarken und Rastplätze, die von einer unvergleichlichen Naturkulisse umgeben sind. „Solche exklusiven Verweilplätze, die besondere Aussichten bieten und die Authentizität der Landschaft erzählen“, wie Wolfgang Reh, stellvertretender Geschäftsführer der Eifel Tourismus GmbH, erklärt, sollen nun touristisch aufgewertet werden. „Sie erzählen von der Authentizität der Landschaft, die sich aus dem Raum erklärt. Das sind die Orte, wo die Wanderer rasten und verweilen wollen.“ Aber solche fänden sich auch nicht alle paar Kilometer, sagt Reh.

Foto: Volker Teuschler/Cube Werbung

Doch für die Pläne, mit welchen die Eifel Touristik GmbH den Premiumwanderweg zu seinem zehnten Geburtstag aufhübschen und besser in Szene setzen möchte, spielen diese Plätze eine große Rolle. Geplant sind zehn „Rast- und Erlebnisplätze“, erklärt Reh. Wie Rainer Schmitz, Geschäftsführer der Gesundland Vulkaneifel GmbH erklärt, sei es nach zehn Jahren Eifelsteig notwendig, neue hochwertige Akzente zu setzen und in die Attraktivität des Fernwanderweges zu investieren.

Die ersten Pläne und Skizzen präsentierten die Tourismusexperten nun am Weinfelder Maar, für das die Planung bereits konkrete Formen angenommen hat. Genau genommen ist es die Form des Maares: Denn dort sollen Wanderer bald von einer Bank den Blick auf das Maar genießen, die in ihrer Konstruktion selbst das nördliche Halbrund des Maares aufgreifen soll. Zudem soll sie Sitz- und Liegeflächen bieten. Wenn man sich die bereits halb verrotteten Holzbänke anschaut, die Wanderern am Weinfelder Maar derzeit zur Rast zur Verfügung stehen, klingt das nach einer guten Idee. „Einiges von der Infrastruktur ist mittlerweile in die Jahre gekommen“, sagt Schmitz.

Das gelte auch für die Weifelsjunk-Hütte entlang des Eifelsteigs in Manderscheid. An diesem exklusiven Verweilplatz, von dem aus sich dem Betrachter ein besonderer Ausblick ins Liesertal biete, wolle man auch neue Akzente setzen. Die Pläne dazu seien aber noch nicht ausgearbeitet. „Bevor wir da in Reparaturen investieren“, erklärt Manderscheids Stadtbürgermeister Günter Krämer, „lassen wir uns lieber mal beraten, was da sonst noch möglich wäre.“ Dabei könne auch der Platz neben der Hütte mit in die Planung einbezogen werden. Für die Aufwertung der Weifelsjunk-Hütte in Manderscheid würden nun Vorentwürfe erstellt. Krämer: „Es ist ein exklusiver Ort an einem exklusiven Steig.“ Wer bezahlt die neuen Rast- und Erlebnisplätze? „Die Kommunen selbst“, erklärt Schmitz, „wobei wir dafür Förderanträge einreichen und es somit für die Kommunen auf eine Beteiligung herausläuft.“ Insgesamt werde man zehn bis zwölf solcher exklusiver Rast- und Erlebnisplätze entlang des Eifelsteigs errichten, sagt Reh.

Neben diesen Investitionen in die Infrastruktur soll auch die Werbung für den Eifelsteig eine Frischzellenkur bekommen. Auf der Internetseite des Premium-Wanderweges, auf der sich jährlich rund 400 000 Menschen über den Wanderweg informieren, sollen die Etappenbeschreibungen überarbeitet werden. „Dabei geht es mehr um Storytelling (deutsch: „Geschichten erzählen“). Wir möchten die Landschaft erzählen und die Besucher emotionaler ansprechen.“

Dabei wolle man auch die Betriebe entlang des Eifelsteigs mitnehmen. Auf einer Konferenz mit den Hoteliers, die für November in Prüm geplant sei, werde man das neue Werbekonzept vorstellen. Wie viele Wanderer jedes Jahr auf dem Eifelsteig unterwegs seien, dazu gebe es keine Zahlen, sagt Reh. Fest stehe aber, dass die touristische Wertschöpfung für die Region, welche auf das Konto des Premiumwanderweges gehe, immens sei. 2018 seien allein über das Buchungsportal der Eifel Tourismus GmbH Pauschalen zum Eifelsteig in Höhe von sechs Millionen Euro gebucht worden.

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