Eimer-Gitarre trifft Rohr-Trommel Selbst gebaute Instrumente begeistern jung und alt beim 16. Generationentreff in Horath

Horath · Beim 16. Generationentreff in Horath waren erneut Kinder und Erwachsene gefordert. Mit selbst gebauten Instrumenten gaben die Jüngeren ihr erstes eigenes Konzert.

 Die Kinder und Erwachsenen haben viel Spaß dabei, aus einfachen Mitteln echte Instrumente zu bauen. TV-Foto: Ursula Schmieder

Die Kinder und Erwachsenen haben viel Spaß dabei, aus einfachen Mitteln echte Instrumente zu bauen. TV-Foto: Ursula Schmieder

Foto: Ursula Schmieder (urs) ("TV-Upload Schmieder"

Horath. Mal eben schnell üben und schon steigt das erste Konzert des Ensembles, das seine Instrumente binnen anderthalb Stunden selbst baute. Trommeln aus verschieden langen und daher unterschiedlich klingenden Abflussrohrstücken, Tamburine aus scheibchenweise abgesägten Drainagerohrabschnitten, Gitarren und Rasseln. Etwa 20 Kinder packten die Gelegenheit beim Schopf, Musik einmal anders zu erleben. Die meisten wollten Gitarren bauen, erzählt Initiator Thomas Steffes, Dirigent der Jugend der Orchestergemeinschaft Horath-Berglicht. Die zwölf Kunststoffeimer, die er dafür vorbereitet hatte, reichten gar nicht aus. Dank dreier Größen sowie mit Löchern in den Böden und mit Latten-Gitarrenhälsen bestückt erklangen drei verschiedene Akkorde.
Sämtliche Holzteile hatte Rudi Klein für Kinder und "Lehrer" vorgesägt. So kamen auch jüngere Kinder gut damit zurecht. Für Lea (11) hätte es sogar ruhig etwas anspruchsvoller sein dürfen. Doch Svenja (8) war froh, dass alles gut klappte mit ihrer Gitarre. Dustin (11) und Marius (11) erzählten stolz: "Wir haben Schrauben in das Holz gedreht und geholfen, die Seile daran zu spannen." Es sei toll, sowas im Dorf machen zu können. Dass sie gleich danach, unterstützt von drei Nachwuchsmusikerinnen des Musikvereins Horath, gemeinsam "Pippi Langstrumpf" spielten und sangen, beeindruckte die Erwachsenen fast noch mehr als sie selbst. "Unglaublich, was die in der kurzen Zeit auf die Beine stellen", kommentierte Gregor Schemer, einer der helfenden Opas. Mit dem von Steffes angeregten Mitmach-Angebot hoffen die Musiker "die Jugend in den Verein zu bekommen", was sich im Rahmen eines Generationentreffs anbot.
Zu dem 2009 aus der Dorfmoderation entwickelten Projekt sind in erster Linie Kinder und ältere Bürger eingeladen. "Das macht immer richtig Spaß", erzählen Luzia Steffes und Heike Thielen, die auch die inzwischen 16. Aktion betreuten. Und das allein schon deshalb, weil sich die Senioren immer so freuten. Als der Musikverein auf sie zukam, waren sie daher Feuer und Flamme. Denn für 2016 war es das erste von meist zwei oder drei Treffen pro Jahr.
Besucher wie Uschi Alt begrüßen die Generationentreffs, bei denen unter anderem gekeltert, gebacken und sogar Schafe geschoren und Wolle gesponnen wurde. Außerdem wurden Ausflüge wie in die keltisch-römische Geschichte der Region unternommen. Laut Alt nutzen die meisten älteren Teilnehmer auch immer die monatlichen Seniorennachmittage, die sie und einige weitere Frauen anbieten. urs

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