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Ein Bagger hat eine Versorgungsleitung in Deuselbach beschädigt. Doch die Reparatur lässt auf sich warten.

Versorgung : Seit neun Monaten ohne Strom

Ein Bagger hat eine Versorgungsleitung in Deuselbach beschädigt. Doch die Reparatur lässt auf sich warten.

. Wo gehobelt wird, da fallen Späne, heißt ein deutsches Sprichwort. Oder um es auf einen Vorfall in Deuselbach umzudichten: Wo gebaggert wird, da fallen Leitungen. So passiert beim Anwesen des Deuselbachers Rudi Klein. Laut seiner Aussage hat am 22. September 2017 ein Bagger bei Straßenbauarbeiten versehentlich ein Kabel abgerissen, das über die Mühlentalstraße hing. Mit dem Kabel hat Klein von einem Wohnhaus aus ein älteres landwirtschaftliches Gebäude auf der anderen Straßenseite mit Strom versorgt.

Das war vor neun Monaten. Nun  platzt Klein endgültig der Kragen. Denn immer noch ist der Schaden nicht behoben, das landwirtschaftliche Anwesen ohne Strom. Mehrfach habe er sich an die Baufirma, den Ortsbürgermeister und die Thalfanger Verwaltung gewandt. „Doch ich habe immer nur dumme Antworten bekommen“, sagt er. Deshalb macht er jetzt Dampf in alle Richtungen, hat einen Anwalt eingeschaltet, sich an die Presse und den Bürgerbeauftragten des Landes gewandt. Denn Klein hat inzwischen auch finanzielle Einbußen. Ein Teil des landwirtschaftlichen Gebäudes sei verpachtet, und einen weiteren hätte er verpachten können. Aber: „Der Pächter braucht Strom“, sagt er. Dass das Kabel nicht wie bisher angeschlossen werden kann, ist Klein bekannt. Denn nach den heutigen Vorschriften dürfe ein Kabel nicht mehr über eine Kreisstraße geführt werden, so wie es Anfang der 1970er Jahre noch erlaubt gewesen war, als das Kabel montiert wurde. Kleins Lösungsansatz: Auf der Straßenseite des landwirtschaftlichen Anwesens hat er eine weitere Immobilie, von wo aus das stromlose Haus wieder mit Energie versorgt werden könnte. Ein Elektriker habe die Kosten dafür mit rund 6000 Euro veranschlagt. Klein würde sich an der Summe beteiligen, doch alleine tragen will er sie nicht. „Die Baufirma hat den Schaden verursacht. Eigentlich müssten die auf mich zukommen und mit mir darüber reden“, meint Klein.

Was sagen die weiteren Beteiligten? Ortsbürgermeister Klaus Hölzemer sagt, er habe sich mehrfach in der Sache an die VG-Verwaltung gewandt. Marc Hüllenkremer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thalfang, verweist darauf, dass die bauausführende Firma den Schaden verursacht habe und die VG deshalb außen vor sei.

David Kryszons, Pressesprecher von Westnetz, urteilt, es handele sich um eine private Leitung von Klein. Deshalb sei es nicht die Aufgabe des Energieunternehmens, die Stromversorgung wiederherzustellen. Doch nach Rücksprache mit Jürgen Enders von der bauausführenden Firma Lehnen in Salmtal ist offenbar eine Lösung in Sicht. Der Vorgang sei wegen der Winterpause und wegen Personalwechsels „liegengeblieben“, sagt Enders. Mit der Versicherung habe man inzwischen Kontakt aufgenommen. Doch diese halte den Lösungsvorschlag von Klein für recht teuer. Eine weitere Möglichkeit sei, das Anwesen vom Nachbarhaus aus ans Stromnetz anzuschließen. Enders: „Wir sind dran, eine Lösung zu bieten und wollen dies schnellstmöglich erledigen.“