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Ein Baum erfreut Menschen und Vögel

Ein Baum erfreut Menschen und Vögel

Ein Vogelkirschbaum macht seinem Namen alle Ehre: Im Frühjahr steht er in voller Blüte, und im Sommer picken Hunderte von Vögeln den Baum leer. Die Anwohner in der Klausenerstraße in Altrich freuen sich an dem Naturerlebnis.

Altrich. "Der Baum ist eine Pracht``, sagen die Anrainer des Wiesengrundstücks unweit der Klausener straße in Altrich. Etwa 18 Meter hoch und gut elf Meter breit ist die knorrige Vogelkirsche geworden. Die Anwohner genießen den herrlichen Anblick des seit Anfang April in voller Blüte stehenden Baumes. Tagsüber leuchtet er in der Sonne, aber auch in der beginnenden Dämmerung strahlen seine wohlgeformten und dicht gewachsenen Äste.

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"Kein Maler der Welt kann so einen Baum zeichnen, das kann nur die Natur, sagt Walter Kappes. Er und seine Frau Ilse können von der Terrasse ihres Wohnhauses den Anblick genießen. Sie und ihr Nachbar Günther Nolte kennen die Geschichte des Baumes: "Vor etwa 30 Jahren gab es weder den Kirschbaum noch die Wiese. Das Grundstück war in sechs kleine Gemüsegärten unterteilt. Die gehörten zum benachbarten Mehrfamilienhaus, dessen Familien allesamt ihre Beete bewirtschafteten. Im Frühjahr wurde gegraben, gesät und gepflanzt. Alles was man für den täglichen Bedarf brauchte wie Salat, Erbsen, Möhren, Gurken, Tomaten, Erdbeeren und mehr. "Eines Tages", erzählt Günther Nolte, "fanden mein kleiner Sohn Gregor und dessen Spielkamerad an einem nahe stehenden Kirschbaum einen Kern und buddelten ihn aus Jux und Tollerei in ein Frühbeet ein."

Niemand dachte mehr an den Kirschkern. Ein Jahr später, 1986, spross ein kleines Bäumchen, eher eine Rute, aus dem Boden - genau an der Stelle, an der die Kinder den Kern verbuddelt hatten. Die Überraschung war groß. Das Bäumchen wurde stehen gelassen, ohne dass sich jemand um die Vogelkirsche kümmerte. Aber siehe da, nach sieben bis acht Jahren trug der Baum die ersten Kirschen.

"Er wuchs zusehends und wurde Jahr für Jahr schöner", berichten die Anwohner. Vor allem sein dichtes Laubkleid und im Frühjahr die weiße Blütenpracht begeistern die Menschen. Schnell ist er gewachsen und nach über 25 Jahren steht er in voller Pracht.

"Wir genießen das Naturerlebnis auch zur Erntezeit", sagen Walter Kappes und Günther Nolte. Denn wenn die Vogelkirschen reif sind, machen sie ihrem Namen alle Ehre. "Dann ist was gefällig in der Baumkrone. Hunderte von Vögeln tummeln sich im Baum und fressen die kleinen Wildkirschen allesamt weg." ger