Ein Baum zur Geburt

HEINZERATH. (urs) In einer gemeinschaftlichen Aktion setzten Heinzerather Bürger die Idee, für jedes Kind einen "Geburtsbaum" zu pflanzen, in die Tat um.

Mitten im November war in Heinzerath Pflanztag. Pünktlich um elf Uhr machten sich einige Dutzend Bürger mit Schaufeln auf einer Wiese hinter dem Kindergarten zu schaffen. Meist in Begleitung der ganzen Familie, die sich mal mehr, mal weniger aktiv beteiligte. Selbst der Nachwuchs im Kinderwagen hatte seinen Part, wenn auch zumeist in Form moralischer Unterstützung. Schließlich galt der tatkräftige Einsatz bei Temperaturen um die n ull Grad gerade den Kleinsten im Ort. Die Idee, jedem Kind, das in Heinzerath seit dem ersten Januar 2000 geboren wurde und noch geboren wird, einen "Geburtsbaum" zu pflanzen, stieß im Ort auf große Zustimmung. Den Anstoß dafür hatte die Gemeinde gegeben, die im Rahmen des Zusammenlegungsverfahrens über die Aktion "Mehr Grün" die Pflanzen zur Verfügung stellt. Ebenso die Gemeindewiese mit Pflanzflächen von je 100 Quadratmetern pro Kind. "Sinn und Zweck ist, dass jeder einen Baum im Ort stehen hat und, dass man das Dorf ein bisschen aktiviert", erläutert Ortsvorsteher Friedhelm Schlarp. Das gemeinschaftliche Pflanzen soll mit Festen im Frühjahr und zur Erntezeit im Herbst eine Fortsetzung erfahren. Bei der binnen kurzer Zeit erfolgreich beendeten ersten Aktion wurden 18 Bäume, darunter Apfel, Birne und Kirsche, gepflanzt: eine ansehnliche neue Streuobstwiese direkt hinter dem Kindergarten. Die Pflege soll möglichst von den Eltern übernommen werden, teils aber auch von der Gemeinde. Abgesehen von der Urkunde, die jedes Kind erhält, werden die Bäume eventuell noch Schildchen mit den Namen ihrer Besitzer bekommen. Jörg Roth, der einen Kirschbaum für den vierjährigen Jan-Luca pflanzte, findet die Geburtsbaum-Idee sehr schön. Vor allem gefällt ihm, "dass man hinterher eine Gemeinschaft hat". Schließlich sollte man gerade in einem kleinen Dorf zusammen halten. Einige Heinzerather stiegen in die neue Gemeinschaft gleich mit zwei Bäumchen ein. Wie Matthias Schabbach, der je eines für Florian, drei Jahre, und die vier Monate alte Nele pflanzte. Susann Metzler griff sogar selbst für den Apfelbaum von Tochter Celine (vier) zur Schaufel. Die Berlinerin hatte es 1996 wegen ihrer Hobbys Reiten und Pferdesport in den Hunsrück gezogen. "Wir haben uns hier drei Hektar Land gekauft und ein kleines Häuschen." Eine Entscheidung, in der sie die aktuelle Aktion zusätzlich bestätigt. Die Kinder hätten dadurch, ganz gleich wo sie später lebten, einen Bezug nach Hause. Sie persönlich freut sich zudem schon auf die künftigen Treffen der neuen Gemeinschaft.