Ein Berg weicht der neuen Trasse

Aus der Ferne betrachtet sieht es nach einer richtigen Sisyphosarbeit aus. Seit einigen Wochen wird am Kreuz Wittlich ein Hügel abgetragen, damit später dort die B 50 neu verlaufen kann. Im Sommer 2014 soll das Teilstück bis nach Platten für den Verkehr freigegeben werden.

Wittlich. Der Hügel muss weg - komplett weg, Baggerschaufel für Baggerschaufel, Lastwagenladung für Lastwagenladung. Nachdem bereits im Spätherbst die Erdbauarbeiten für die Bundesstraße 50 neu am Kreuz Wittlich begonnen haben, geht es nun in die entscheidende Phase. Gut 20 Mitarbeiter einer eigens für das Projekt gebildeten Arbeitsgemeinschaft zweier regionaler Baufirmen wollen in den nächsten Wochen einen Hügel abtragen, der der Trasse der neuen Straße im Wege steht. Rund 180 000 Kubikmeter sind es nach Auskunft von Hans-Michael Bartnick, Pressesprecher des Landesbetriebs Mobilität Trier, die dort abgefahren werden. Würde diese Menge in große Eisenbahn-Schüttgutwaggons geladen, würde das einen gut 37 Kilometer langen Zug mit 3000 Waggons ergeben.
Doch das Umladen in Waggons ist nicht nötig. Denn das leuchtend dunkelrote Gestein wird in unmittelbarer Nähe der Abbaustelle wieder eingebaut.
Die derzeit bewegten Massen machen nur einen kleinen Teil der Menge aus, die insgesamt zwischen der Autobahn und der Hochmoselbrücke bei Zeltingen-Rachtig an der einen Stelle weggebaggert und an anderer Stelle wieder hingekippt werden. Denn neben dem Abtragen des Bergs steht - laienhaft gesagt - das Ausbaggern von Löchern auf dem Programm. LB-Mann Bartnick nennt das technisch korrekt: "Es werden größere Einschnitte der B 50 neu geöffnet." Durch diese führt später die Bundesstraßentrasse.
Fünf Tunnel für Amphibien


Rund 600 000 Kubikmeter werden dann in Schutzwälle des ersten Bauabschnitts sowie in die Dammbereiche des zweiten Bauabschnitts zwischen dem Plattener Kreisel und der Brückenbaustelle auf der Eifeler Seite des Moseltals eingebaut.
Nach Auskunft der ausführenden Firmen soll ab April Erde über die mittleren Spuren des bereits für den Verkehr freigegebenen Bundesstraßen-Teilstücks zwischen Platten und Altrich transportiert werden. Bis zur geplanten Verkehrsfreigabe der rund 5,3 Kilometer langen und rund 70 Millionen Euro teuren Strecke muss jedoch noch viel mehr getan werden. Unter anderem werden fünf Amphibientunnel unweit der Grünbrücke bei Altrich verlegt. Die komplette Streckenentwässerung muss noch hergestellt werden. Ebenso muss auf die durch das monatelange Abgraben und Aufschütten entstandene Trasse noch Asphalt aufgetragen werden.

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