Mobilität : Ein Bus soll kommen

Ein Bürgerbus für Thalfang: Mehrere Fraktionen wollen mit ihrem Antrag prüfen lassen, ob sich die Mobilität der Bürger in ihrer Kommune verbessern lässt.

Die Bürger in der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf sollen mittels eines  Bürgerbusses bald über eine bessere Mobilität verfügen. In der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates haben die Fraktionen der Neuen Liste, der CDU, von Bündnis 90/Die Grünen und das Ratsmitglied Richard Pestemer von der Freien Wählergemeinschaft Erbeskopf gemeinsam beantragt, die Einrichtung eines solchen Angebots zu prüfen. Rouven Bruce Schording von der Neuen Liste hat den Antrag erläutert. Ziel solle sein, dass der Bürgerbus wegen der fehlenden finanziellen Leistungsfähigkeit der VG ehrenamtlich betrieben und von einer gemeinnützigen Organisation getragen werden soll. Die Kosten sollen über ein Sponsoring sowie öffentliche Förderprogramme sichergestellt werden. Gerade in der VG Thalfang mit seiner ländlichen Struktur könne der ÖPNV die erforderliche Mobilität der Bevölkerung mit Wegen zum Arzt, Einkaufen und der Bank nicht leisten. Der Bürgerbus soll vor allem im Nahbereich fahren und die Ortsgemeinden mit dem Grundzentrum Thalfang verbinden. 

Die Antragsteller wollen damit ein Angebot schaffen, dass es in den anderen Kommunen des Landkreises bereits gibt. So teilen sich Morbach und die VG Bernkastel-Kues einen Seniorenbus. In der VG Traben-Trarbach, der VG Wittlich-Land und der Stadt Wittlich existieren ebenfalls bereits verschiedene Modelle eines Bürgerbusses.

Die Ratsmitglieder begrüßten die Idee grundsätzlich. „Eine tolle Sache“, sagt Burkhard Graul von der SPD.

Allerdings dürfe die Einrichtung nicht in Konkurrenz treten zu Taxis und Mietwagen. Er weist darauf hin, dass in Zusammenhang mit der Ini­tiative Tatkraft für Thalfang bereits über eine Dauer von zwei Monaten ein Bus getestet wurde, der während dieser Zeit lediglich von einer einzigen Person genutzt wurde.  Christian Synwoldt von Bündnis 90/Die Grünen lobte die soziale Komponente, die hinter dem Antrag stecke, und schlug vor, andere Kommunen nach ihren Erfahrungen zu befragen.

Winfried Welter von der CDU regte einen Probebetrieb an, mahnte aber zugleich, dass die Verwaltung zur Organisation keine Person abstellen dürfe. Werner Breit von der FDP hält einen Bürgerbus für eine gute Sache und unterstützt einen Grundsatzbeschluss, dass ein solches Projekt geprüft wird. Stefan Brück von der Freien Liste mahnte, dass ein Bürgerbus nicht in Konkurrenz zu Mietwagenfirmen stehe dürfe. Deren Existenz dürfte nicht aufs Spiel gesetzt werden. „Das wäre fatal“, sagte er. Er fürchte, dass ein ehrenamtlich betriebener Bürgerbus wettbewerbsverzerrende Wirkungen haben könnte.

Trotz der auf der Sitzung geäußerten Kritik beschlossen die Mitglieder des VG-Rats, dass die Verwaltung die Einrichtung eines Bürgerbusses prüfen solle.