Ein Bus für Senioren

Der öffentliche Personennahverkehr deckt in ländlichen Regionen nicht alle Bedürfnisse ab. Besonders ältere Menschen sind betroffen. In der VG Traben-Trarbach wird mit Hilfe des Seniorenbeirats nach Lösungen gesucht.

Traben-Trarbach. In der Verbandsgemeinde (VG) Traben-Trarbach wird darüber nachgedacht, einen Bus einzusetzen, der ältere Bürger zum Arzt, zur Apotheke, zur Verwaltung oder zu Geschäften bringt. Der Bus soll in Zeiten fahren, in denen die Linien des öffentlichen Personennahverkehrs nicht bedient werden.

Am Steuer soll Seniorenbeirat sitzen



Die CDU hat im VG-Rat den Antrag gestellt, der sich auf eine Empfehlung des Seniorenbeirats der VG stützt. Über Einzelheiten (genaue Streckenführung, Uhrzeiten etc.) sei aber noch nicht gesprochen worden, erläutert Holger Rousselange, stellvertretender Vorsitzender des Beirats. Auch mit den konzessionierten Busunternehmern gebe es noch keinen Kontakt. "Es ist nicht daran gedacht, dass der Bus jeden Tag verkehrt", erläutert Rousselange. "Wir wollen keine Konkurrenz sein, sondern eine Ergänzung des Angebotes bieten."

Eine Bedarfserhebung werde es nicht geben. "Diese Aussagen hätten keine Verbindlichkeit", sagt er. Gedacht ist daran, einen siebensitzigen Bus einzusetzen. Der VG-Rat steht dem Plan positiv gegenüber. Das Projekt könne weitgehend kostenneutral funktionieren, glaubt Bürgermeister Ulrich Weisgerber (CDU).

Die VG habe die Möglichkeit, Fahrzeuge günstig zu erwerben und wieder günstig zu veräußern. Das ergebe ein Null-Summen-Spiel. Zu bezahlen seien lediglich die Betriebskosten (Benzin, Steuer, Versicherung). Die Fahrgäste sollen mit einem kleinen Obolus an den Kosten beteiligt werden.

Gefahren werden soll der Bus von Mitgliedern des Seniorenbeirats. Nach Auskunft von Holger Rousselange haben sich bereits einige Mitglieder des Beirats dazu bereiterklärt. Sie wollen dies unentgeltlich tun.

"Die Anbindung der Gemeinden über den öffentlichen Personennahverkehr ist nicht gut", betont Ratsmitglied Gerald Caspari (CDU). Aber auch für ihn ist klar, dass über die Einzelheiten noch verhandelt werden muss, damit beispielsweise kein Konkurrenzdenken aufkommt.

Anja Bindges (SPD) sieht die Chance, dass in dem Zusammenhang noch weitere Angebote geschaffen werden können, um das Projekt "Zuhause alt werden" mit Leben zu erfüllen. Gerd Huesgen (SPD) begrüßt die Pläne ebenfalls. "Aber es sollte auch versucht werden, die Zeiten des öffentlichen Personennahverkehrs an den Bedarf anzupassen", sagt er.

Keine Zustimmung gibt es für die Anregung von Peter Storck (FDP), den Bus auch für Touristen einzusetzen. Das gehe nicht, hieß es. Das Projekt müsse gemeinnützig sein. Extra Weiter am Anfang stehen die Bemühungen für ein Jugendparlament in der VG. Die SPD hat einen Antrag gestellt. "Wir wollen das weiter auf den Weg schicken", sagt Gerd Huesgen (SPD). Zunächst sollen aber Fachleute wie der Jugendpfleger des Kreises und sein Kollege aus der VG Bernkastel-Kues gehört werden. "Ein Jugendparlament kann nur funktionieren, wenn es einen hauptamtlichen Jugendpfleger gibt", sagt Bürgermeister Weisgerber (CDU). "Ohne professionelle Begleitung ist so etwas nicht denkbar", stimmt Carsten Augustin (Arbeitskreis Jugend Traben-Trarbach) zu. Bisher gibt es eine solche Person nicht.