Ein Denkmal für den Sohn

TRITTENHEIM. Findig waren die Trittenheimer schon immer. Auch für die Zukunft muss niemandem bange sein, solange die Winzer und Gastronomen quantitativ und qualitativ so gut aufgestellt bleiben wie derzeit.

Wer weiß, vielleicht beginnt die Zukunft in Trittenheim bereits in diesem Jahr. 2006 gedenkt die Gemeinde ihres großen Sohnes Stefan Andres, der 1906 geboren wurde. Der Schriftsteller verbrachte zwar nur ein paar Kindheitsjahre in der väterlichen Mühle in der Gemarkung Breitwiese, sein Name bleibt aber mit dem Ort verbunden. Die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 100. Geburtstag finden am 24. und 25. Juni statt. Geplant sind ein Festvortrag, eine Mundartweinprobe und die Enthüllung einer Gedenkstatue. Das Denkmal zeigt unter anderem Szenen aus Andres' Werk "Der Knabe im Brunnen" und deutet den Mosellauf an. Den Trittenheimern ist durchaus zuzutrauen, dass sie dieses Ereignis so organisieren und aufarbeiten, dass sie auch in Zukunft davon profitieren können. Pfiffige Ideen gab es in der Vergangenheit ja schon: Céphas Bansah zum Beispiel, der in Ghana ein Königreich hat, 1999 zum Trittenheimer Weinkönig gekrönt wurde und ein Jahr später in Trittenheim öffentlichkeitswirksam seine Hochzeit feierte. Ein weiteres Beispiel: 2002 "mietete" ein Autohersteller den Ort für ein ganzes Wochenende. Mehr als 1000 Händler und Mitabeiter des Herstellers reisten an. "Von Rügen bis Rosenheim", erinnert sich Ortsbürgermeister Helmut Ludwig. "Von den Gästen kommen immer noch einige zum Weineinkauf", erläutert er die erfreulichen Nachwehen. Die Gemeinde ist für die Zukunft erstklassig aufgestellt. Die Weinwelt ist quantitativ und qualitativ noch in Ordnung. Hinzu kommt ein überdurchschnittliches gastronomisches Angebot. "Die Moselpromenade müsste ein bisschen überarbeitet werden", denkt der Ortsbürgermeister über optische Verschönerungen nach. Kleine Oasen für die Wanderer

"Der Weinbau wird Zukunft haben, weil es viele junge Winzer gibt", sagt Marlene Bollig. Das sieht auch Stefan Hermen, Vorsitzende der "Trittenheimer Apotheker-Winzer der jungen Generation" so. Das Wein- und Brückenfest dieser Winzer geht mit der Einbeziehung des Fährturms neue Wege. Hermen setzt auch große Hoffnungen auf den geplanten "Römersteig", den Wanderweg, der durch die gesamte Verbandsgemeinde führen soll. Er spricht von "kleinen Oasen" für die Wanderer. Fehlt nur noch ein richtiger Radweg, der auf der linken Moselseite über Trittenheim nach Piesport führt. Auch dafür sieht Ortsbürgermeister Ludwig gute Chancen.

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