Ein deutsch-amerikanisches Volksfest in Salmtal

Ein deutsch-amerikanisches Volksfest : Mehr als nur ein Kick für die Freundschaft in Salmtal

Tausende Besucher beim deutsch-amerikanischen Volksfest in Salmtal: VG-Chef Dennis Junk führt deutsche Bürgermeister-Nationalmannschaft zu 3:3 gegen US-Boys aus Spangdahlem, deren neuer Commander ist begeistert.

„You say chicken wings, we call it Flieten - but it is the same.” Am Stand von Flieten Fritz wurde am Samstag mehrsprachig über Hähnchenflügel diskutiert, und der Dialog stand sinnbildlich für das deutsch-amerikanische Volksfest rund um Salmtalstadion und Integrierte Gesamtschule (IGS). Deutsche und Amerikaner feierten vereint, Gegner waren sie nur auf dem Fußballfeld. Und auch dort gab es beim Duell der deutschen Bürgermeister-Nationalmannschaft und dem US-Team von der Airbase Spangdahlem keinen Sieger, die Partie vor mehr als 1000 Zuschauern endete 3:3, nachdem die US-Boys schon 3:1 geführt hatten. Dass ausgerechnet dem Gastgeber, VG-Bürgermeister Dennis Junk aus Salmrohr, per Elfmeter das entscheidende Tor gelang, passte ins Bild einer tollen Veranstaltung mit mehreren tausend Besuchern bei bestem Sommerwetter.

Am Anfang stand die Idee, die Wanderausstellung zu 100 Jahre US-Militärpräsenz in Rheinland-Pfalz in der IGS-Mensa zu zeigen, dann kam ein Fußballspiel zwischen der Bürgermeisterauswahl und US-Soldaten dazu – und dank der Beteiligung von vielen Vereinen, Feuerwehren, Organisationen und Gruppen wurde es ein großes Volksfest. „Mit solch einer Resonanz hätten wir niemals gerechnet“, sagte Junk: „Unglaublich.“ Auch wenn der frühere Rheinlandauswahlspieler „lieber bei Regen spielt als bei einer solchen Hitze“ war auch das Benefizspiel von sehr hohem Niveau. „Unsere Gegner von der Airbase waren im Schnitt 35 Jahre jünger als wir, dafür haben wir uns noch sehr achtbar geschlagen“, sagte Dieter Hahn, der Spielertrainer der Bürgermeister-Nationalmannschaft.

Der Bürgermeister von Pfaffenweiler in Südbaden hatte so etwas wie ein Heimspiel, denn bis 1990 lebte er in Spangdahlem, spielte für Eintracht Trier, ehe es ihn nach Südbaden zog. „Ich habe so lange in Spangdahlem gelebt, aber nie den Commander der Base kennengelernt. Jetzt war ich 30 Jahre weg – und treffe ihn heute in Salmrohr. Wahnsinn“, sagte Hahn in Richtung von David Epperson.

Jener Epperson sollte am Samstag eigentlich in Washington sein, aber als einer von vier Schirmherren des Volksfestes ließ er sich die Teilnahme natürlich nicht nehmen. Genau elf Tage ist er Chef der Base und war hellauf begeistert von allem, was er am Samstag sah: „Das ist gelebte Gastfreundschaft, es ist herausragend, wie die Menschen in der Eifel und von der Mosel uns hier aufnehmen. Dieses Fest ist ein perfektes Symbol für diese Partnerschaft – und dazu hat auch das tolle Fußballspiel beigetragen. Für mich hätte es keinen besseren Start in Spangdahlem geben können.“

Als Schirmherr erhielt Epperson auch das erste Stück der Erinnerungstorte. Draußen standen indes die Besucher Schlange an den Essens- und Getränkeständen. Weil so viele Menschen kamen, waren auch die SOS-Kinderdörfer ein Sieger. Denn die Einnahmen aus dem Fußballspiel und teilweise den Ständen spendete die Bürgermeisterauswahl. Ein erster Scheck über 2000 Euro wurde überreicht, „da kommt aber noch mehr, wenn wir alles abgerechnet haben“, versprach Junk. Zudem erhält das SOS-Kinderdorf 400 Brötchen als Spende: 100 Brötchen für jedes Tor der Bürgermeister und für einen Junk-Treffer nochmal 100 extra hatte die Bäckerei Wildbadmühle ausgelobt.

Hüpfburgen, Getränkekisten stapeln, eine Ausstellung mit Polizei- und Feuerwehrfahrzeugen sowie Mitmachstände hatten viele Familien angelockt. Und viele Besucher schauten sich auch die Ausstellung an, die vormittags vor der stattlichen Zahl von 300 Ehrengästen eröffnet wurde und noch bis 27. September in der IGS zu sehen ist. Alle Festredner würdigten die Beziehungen zwischen Deutschen und Amerikanern vor Ort, „das lassen wir uns auch von ein paar Tweets aus Washington nicht kaputt machen“, spielte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz auf einige Störfeuer von Donald Trump an. Und auch dessen Androhung, die US-Truppen aus Deutschland abzuziehen, sieht er gelassen: „Angesichts der US-Investitionen in Spangdahlem können wir mit Optimismus in die Zukunft schauen.“

Auch die beiden übrigen Schirmherren hatten nicht nur ein Heimspiel, sondern auch eine besondere Beziehung zu den USA: Der Rivenicher Klaus Toppmöller hatte am Ende seiner Profikarriere in Dallas gespielt, der frühere Bundestagsabgeordnete Peter Rauen aus Salmtal war 2004 einer der Gründer des Host Nation Councils gewesen. „Deutsche und Amerikaner sind verlässliche Partner und befreundete Nationen - ich hoffe, dass diese Freundschaft niemals zerstört wird“, sagte Rauen. Und weil sich alle so gut verstehen, durften die Amerikaner auch den Siegerpokal des Fußballspiels mit nach Hause nehmen.

Gastgeber und Torschütze: VG-Bürgermeister Dennis Junk. Foto: TV/Björn Pazen
Teammanager Detlef Wellbrock, David Epperson, Dennis Junk und Trainer Dieter Hahn (von links) schneiden die Torte an. Foto: TV/Björn Pazen
Die Spirits-Cheerleader aus Trier. Foto: TV/Björn Pazen
Die Schirmherren des deutsch-amerikanischen Volksfests (von links): Klaus Toppmöller, David Epperson, Peter Rauen und Roger Lewentz. Foto: TV/Björn Pazen
300 Ehrengäste waren zur Eröffnung der Ausstellung „100 Jahre amerikanische Präsenz in Rheinland-Pfalz“ in die IGS Salmtal gekommen. Foto: TV/Björn Pazen

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