Ein Dorf und seine Kirche

BISCHOFSDHRON. Ob nun der Bischof der Namenspatron des Dorfes ist oder die früheren Büsche und Buchen ringsum – an der ehrwürdigen Geschichte von Bischofsdhron ändert das nichts.

Bischofsdhron, nach Morbach und Gonzerath drittgrößter Ortsbezirk der Einheitsgemeinde, dehnt sich beständig aus. Was das Dorf für Bauherren so interessant macht, sind die Nähe zu Morbach und das relativ günstige Bauland. Doch das Dorf war, wie in der Chronik nachzulesen, schon vor etlichen Jahrhunderten ein aufstrebender Ort. Und das nicht erst seit Balduins Zeiten, obwohl der Dorfname unweigerlich an Triers Erzbischof und Kurfürsten erinnert. Unstrittig ist bei der Frage der Ableitung des Namens Bischofsdhron nur die Endung "Dhron", die wohl unzweifelhaft von dem vorbeifließenden gleichnamigen Gewässer herrührt. Für den Ursprung der vorgesetzten Silbe "Bischof" gibt es hingegen mehrere Deutungen. Denn "Bushofsdroyne" wird bereits 1277 erstmals urkundlich erwähnt. Kurfürst Balduin, 1285 geboren und ab 1308 an der Macht, kann also kaum der Namensgeber sein. Plausibler scheint da eine andere Erklärung. Laut Chronik weist das Wort "Bus" nämlich auf ein Busch- oder Buchengelände hin. Eine Karte, die den Ort als "Buschtraen" bezeichnet, scheint das zu bestätigen. Die Silbe "hof" steht wohl für den 1255 genannten Fronhof.Etliche Anekdoten aus dem Dorf

Details wie diese hat der aus Haag stammende Josef Schemer stets präsent. Nach dem Tod von Eduard Anton, der für Idee, Quellenforschung und Beiträge der Chronik verantwortlich zeichnet, hatte er dessen Werk vollendet. Daher kennt er etliche Anekdoten aus dem Dorf, dessen Ortsschreiner einst eigens einen Bet-Schemel hatte zimmern müssen, weil sich der Kurfürst angesagt hatte. In Erinnerung ist ihm auch geblieben, dass einmal der Gemeindestier los war: "Im Pfarrgarten haben sie ihn gestellt." Ebenso gut kennt er die weit zurückreichende Geschichte des Dorfes. Schon die Franken hatten die Niederungen des Dhronbachtales zu schätzen gewusst, in denen sich gegen Ende des ersten Jahrtausends nach Christus immer mehr Siedler niederließen. Die Chronik spricht von umfangreichen Rodungen "vermutlich unter dem Schutz eines Fronhofes, der Bischofsdhron zu einem Zentrum im mittleren Hunsrück werden ließ". Schon früh sind als "Tochtersiedlungen" Gonzerath sowie Wenigerath und Morbach mit Rapperath und Heinzerath" genannt. Der erste Hinweis auf eine Kirche in Bischofsdhron datiert auf 1277. 1281 ging der an der Grenze zur Grafschaft Sponheim gelegene "samlsche Hof zu Drone" in kurtrierischen Besitz. Kurfürst Balduin schenkte die Pfarrei Bischofsdhron 1315 dem Pfalzeler Stift. Laut Chronik waren der Hof und die von Balduin um 1320 erbaute Wasserburg "die Wiege" des späteren Amtes Baldenau, das bis 1797 bestand. Von der Bedeutung Bischofsdhrons zeugt auch die Kirche, ein Ebenbild von St. Paulin, Trier. Funden nach hatte es vor dem Bau der "neuen" barocken Kirche (1766-1770) bereits eine romanische und eine gotische Kirche gegeben. Der heutige Turm soll noch romanischen Ursprungs sein. Abgesehen von derlei architektonischen Besonderheiten birgt auch das Innere Kostbares. So geht die Innen-Ausstattung vermutlich auf Entwürfe des Planers, Hofbaumeister Johann Seiz, zurück. Laut Küsterin Marita Welgen sind neben Altären, Beichtstühlen, Heiligenfiguren und der Rokoko-Kanzel auch die Stumm-Orgel sehenswert. Die Chormäntel aus dem 18. Jahrhundert werden, so Ortsvorsteher Ewald Gorges, in Trier aufbewahrt. Eine Zierde ist auch das benachbarte Pfarrhaus, dessen Türsturz die Zahl 1760 trägt, und die mächtige, 1768 gepflanzte Linde.