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Ein Durchstich könnte die Verkehrssituation in der viel befahrenen Kueser Bornwiese entzerren.

Verkehr : Eine Straße soll die Treppe ersetzen

Eine Ringlösung könnte den Verkehrsfluss in der viel befahrenen Kueser Bornwiese verbessern. Auch weitere Parkplätze wären möglich. Der Stadtrat entscheidet am Donnerstag über die Vorgehensweise.

Die Bornwiese im Stadtteil Kues ist eine Sackgasse. In ihr haben zwei große Kellereien, eine Druckerei, die Berufsbildende Schule (BBS) und die Burg-Landshut-Schule ihren Sitz. Das sagt schon ein bisschen etwas über die Verkehrssituation. „Sie ist desolat“, beschreibt es Stadtbürgermeister Wolfgang Port mit klaren Worten. Früher seien die Firmen klein gewesen, mittlerweile beschäftigten sie 200 bis 300 Mitarbeiter. Man ahnt das Problem. Die Mitarbeiter kommen mit dem Auto. Das Gleiche gilt für viele der 1100 Schüler der BBS, die 65 Lehrer und das Personal (etwa 30 Personen) der Burg-Landshut-Schule.

Weil die beiden Schulen am Ende der circa 1,1 Kilometer langen Sackgasse liegen, müssen Lehrer und Schüler morgens das ganze Gebiet durchqueren und nachmittags auf demselben Weg wieder zurück. Nicht selten stehen dann Lastwagen, die an den Kellereien an- und abfahren, im Weg.

60 bis 80 Lastwagen sind an jedem Werktag durchschnittlich in der Bornwiese unterwegs. Ein Teil von ihnen wartet nachts auf dem Bürgersteig auf die Abfertigung am Morgen.

Doch Besserung ist in Sicht. Es gibt zwei Varianten, die Situation zu entschärfen. Der Stadtrat wird am kommenden Donnerstag, 25. Januar, voraussichtlich für die Variante stimmen, die einen Durchstich hinter der Tankstelle am Anfang der Straße vorsieht. Dort verläuft derzeit eine Treppe, die unmittelbar an den Schulen endet. An ihrer Stelle soll eine etwa 80 Meter lange Straße  entstehen. Auf ihr würden alle Fahrzeuge, die in die Bornwiese wollen, in das Gebiet fahren. Schüler und Lehrer werden auf ihr auch wieder ihr Zuhause ansteuern. Lastwagen würden den Ring wie bisher verlassen. Der Weinmarkt der Moselland EG wird aber wie bisher erreichbar sein.

In der neuen Straße ist ein Begegnungsverkehr zwischen Lastwagen und Auto möglich. „Die Fahrbahn würde 7,15 Meter breit. Dazu kommt ein zwei Meter großer Gehweg“, erläutert Diplom-Ingenieur (FH) Christian Heck vom Ingenieurbüro Garth in Bernkastel-Kues. Das Gefälle beziehungsweise die Steigung liege bei bis zu zwölf Prozent. Das  sei aber kein Problem.

Zusätzlicher Vorteil dieser Variante:  Weil dann der Großteil der  Bornwiese nur noch in eine Richtung befahren werden kann, können im Bereich der Kellereien zusätzliche offizielle Parkplätze zu den jetzt bereits bestehenden Betriebsparkplätzen entstehen. Insgesamt würde dann Raum für 104 Autos vorhanden sein. Bei Variante 1 wären es, so Christian Heck, nur 43. Für Lastwagen gäbe es bei beiden Varianten 14 Plätze.

Für den Bauausschuss, der Variante zwei klar den Vorrang gibt, ist aber eines wichtig. Die öffentlichen Parkplätze, die im Bereich der Kellereien entstehen, sollen nicht nur vom Steuerzahler finanziert werden. Daran sollen sich, so der Wunsch des Gremiums  auch die Nutznießer beteiligen. Das wäre, so Heck, in erster Linie eine der beiden großen Kellereien.

Darüber werde aber erst gesprochen, wenn die Entscheidung über den Ausbau gefallen ist.  Den ansässigen Unternehmen sei auch angeboten worden, Grunderwerb zu tätigen, um selbst Parkplätze anlegen zu lassen. Da gebe es auch Resonanz.

Um Parkplätze geht es auch im Bereich der Schulen. Die Planung: Neben der BBS soll ein neuer Parkplatz für 90 Fahrzeuge entstehen. Da der Kreis Träger der Schule ist, wäre er der Zahlmeister. Die Stadt wäre in der Pflicht, eine unbefestigte, aber als Parkraum genutzte Fläche herzurichten. Dort ist Platz für etwa 40 Fahrzeuge.

Peter Kampka, stellvertretender Leiter der BBS,  begrüßt die Park­raumpläne. Von den 1100 Schülern seien zwar nur maximal 700 an einem Schultag vor Ort. „Aber es sind immer so viele, dass wir ständig Parkplatzprobleme haben“, sagt er.

Die Variante zwei, die so genannte Ringlösung, würde, so Christian Heck, Kosten von etwa 1,8 Millionen Euro verursachen, die Variante eins 1,650 Millionen Euro.

 Diese Treppe soll durch einen Asphaltweg ersetzt werden. Foto: Klaus Kimmling
Diese Treppe soll durch einen Asphaltweg ersetzt werden. Foto: Klaus Kimmling Foto: Klaus Kimmling

Der genaue Plan könnte über das Jahr gemacht werden. Über den Winter könnte das Projekt dann ausgeschrieben werden. Baubeginn könnte im Frühjahr 2019 sein. Die Sitzung des Stadtrates ist im Rathaus. Beginn ist um 18 Uhr.