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Ein Eichenstamm aus Klausen wird in Esch für 4661 Euro verkauft

Holzwirtschaft : Eichenstamm wechselt für Spitzenpreis den Besitzer

Die Holzvermarktung Südwest hat bei der Wertholzsubmission in Esch etwas niedrigere Preise erzielt als im Vorjahr. Ein Revierförster freut sich besonders.

Ein ganz bestimmter Eichenstamm stand im Fokus der jüngsten Wert- und Stammholzsubmission im Esch. Der Stamm aus dem Wald der Ortsgemeinde Klausen ist 8,3 Meter lang und hat einen Mittendurchmesser von 81 Zentimetern. Der Baum ist 190 Jahre alt geworden.  Er hat für einen Spitzenpreis auf dem Platz den Besitzer gewechselt. Je Festmeter hat er 1089 Euro erlöst, insgesamt waren es 4661 Euro. Gekauft hat ihn ein Furnierhersteller aus dem Spessart.

Dass ausgerechnet einer der Stämme aus seinem Forstrevier den Spitzenpreis erzielt hat, überrascht Alois Meyer, der Leiter des Klausener Forstrevieres, nicht. „Wir haben ein Eichenrevier“, sagt er. Und mit der Eiche würden Spitzenpreise erzielt. Dafür könne er persönlich nichts. Das sei das Verdienst seiner Vorgänger, die diese Bäume gepflanzt haben. Doch er freue sich dennoch darüber. Wie groß die Bandbreite bei den Geboten für einzelne Hölzer ist, zeigt der Durchschnittspreis für Eiche von 441 Euro für die 463 Festmeter Eiche, die die Holzvermarktung Südwest (HVO) mit Sitz in Morbach erzielt hat (siehe Info).

Der Großteil des Holzes generell wird direkt im Wald verkauft. Doch für einen kleinen Teil, regelrechtes Spezialholz, treffen sich Anbieter und ihre Kunden inklusive des Holzes jedes Jahr um diese Zeit in Esch bei Wittlich. Bei der  Wert- und Stammholzsubmission auf dem Holzlagerplatz liegen kleine Schätze. Organisiert von Landesforsten  ist die Submission so etwas wie ein Spezialkaufhaus. Und der Holzlagerplatz in Esch ist dann so etwas „wie das Schaufenster“ für Wertholz, schildert Joachim Graeff von der Holzvermarktung Südwest  mit Sitz in Morbach. Denn nur für dieses rechne sich der Aufwand, einzelne Stämme aus Wäldern in Saarburg, Traben-Trarbach oder Schweich nach Esch zu transportieren. Beteiligt in Esch waren 29 Kommunen, das Land (Staatsforst) und eine große Zahl an Privatwaldbesitzern.

Insgesamt wurden  in Esch 1148 Festmeter Holz präsentiert. Gefragt ist kein 0815-Holz, sondern Spezialstämme, „engringig und ganz gerade gewachsen“, sagt  Graeff. Besonders attraktiv für die Kunden, meist aus der Furnierindustrie, aber es sind auch französische Fassholzmacher dabei, ist Eiche. „Das liegt an den Möbeltrends“, erklärt Graeff. Die Eiche stehe derzeit hoch im Kurs. Das sei schon mal anders gewesen.  

Seine Gesellschaft hat laut Graeff 463 Festmeter Eiche verkauft, 1,54 Festmeter Kirsche, 6,01 Festmeter Esche und 6,22 Festmeter Erle. Der Gesamterlös über alle Baumarten hinweg betrug 206 183 Euro, der Löwenanteil, das Eichenholz, brachte es auf 204 530 Euro. Für die Waldbesitzer sind die Ergebnisse nach Einschätzung von Graeff durchaus gut. „Die Ergebnisse liegen etwas niedriger als im Vorjahr, aber immer noch auf gutem Niveau.“

Diese Einschätzung teilt Ulrich Frömsdorf, Forstamtsleiter in Wittlich, zu dem der Platz in Esch gehört. Die Eichen hätten in Esch durchschnittlich für vier Prozent niedrigere Preise den Besitzer gewechselt. In Esch und Boppard waren es 4,4 Prozent.  34 Bieter sind laut Frömsdorf in Esch aktiv gewesen, ein Viertel der Bieter stammt aus dem Ausland, vor allem Luxemburg und Frankreich. Warum ausgerechnet von dort? Frömsdorf: „Sie sind nah dran.“ Und sie würden auch hoch bieten.