Ein eigener Röstmeister wacht über den Geschmack des Saubratens

Binsfeld/Wittlich · Für viele Wittlicher wird er während der Säubrennerkirmes zum Hauptnahrungsmittel: Der Saubraten. Über das Geschmacksgeheimnis wacht der Binsfelder Metzgermeister Andreas Mittler - in der zweiten Generation.

Röstmeister Andreas Mittler. TV-Foto: Christian Moeris

Binsfeld/Wittlich. Vor 29 Jahren, als sein Vater noch das Amt des Röstmeisters ausübte, stand der Binsfelder Metzgermeister Andreas Mittler (44) zum ersten Mal am Saubraten-Stand auf dem Wittlicher Markt. Als Gehilfe des Vaters, der das Amt mehr als 30 Jahre innehatte, bestand die Aufgabe des damals 15-jährigen Metzgerlehrlings darin, den Kunden Senf auf die Teller zu löffeln.
Noch VIER Tage bis zur Säubrennerkirmes


In diesem Jahr darf Mittler selbst zum 14. Mal das Amt des Röstmeisters bekleiden und im Dienst der Stadt den traditionellen Saubraten garen.
"Ich muss auf die Garzeiten achten, die Zutaten zum richtigen Zeitpunkt hinzugeben und schauen, dass der Sud immer die gleiche Schärfe hat, damit es an allen Tagen gleich gut schmeckt." Rund 120 Eifelschweine, die jeweils zwischen 80 und 90 Kilo auf die Waage bringen, wird der Fleischermeister im Laufe der Kirmes mit der Hilfe dreier weiterer Metzger rösten, zerlegen und garen - drei Tage lang bis zur Mitternacht.
"Das Fleisch wird nach dem Rösten in einem scharf gewürzten Sud gekocht", sagt Mittler. Die Rezeptur gebe es seit urgedenken. Aber verraten, so Mittler, dürfe er sie nicht. "Sie wird nur von Röstmeister zu Röstmeister weitergegeben, so wie ich sie von meinem Vater erfahren habe." Damit sei sichergestellt, dass der Wittlicher-Saubraten etwas Einmaliges bleibe. "Die Zusammenstellung der Gewürze ist nun halt mal das Geschmacksgeheimnis. Es wäre nicht gut, wenn die ganze Welt das Rezept kennen würde. Denn so kann es niemand nachmachen."
Das sei auch der Grund dafür, dass ihm immer wieder Kunden sagen würden, so gut wie in diesem Jahr habe der Saubraten noch nie geschmeckt. "Es gibt ihn ja nur ein Mal im Jahr." Der Kunde kann auswählen, ob er lieber ein mageres oder durchwachsenes Stück Fleisch essen möchte. Dem Röstmeister persönlich schmeckt eher die saftigere Variante. cmo Der Saubraten-Stand auf dem Wittlicher Markt öffnet am Samstag, 16. August, nach dem Festumzug gegen 15.30 Uhr. Eine Portion Saubraten im Brötchen kostet vier Euro. Um den Saubraten am Stand zu bezahlen, muss man sich zuvor Wertmarken im alten Rathaus kaufen.