Ein Experte aus Duisburg bezweifelt den Nutzen der Hochmoselbrücke

Kostenpflichtiger Inhalt: AUS DEM ARCHIV: Dezember 2019 : Die Hochmoselbrücke: Zeitersparnis oder nur Beton-Investition?

Ein Experte aus Duisburg bezweifelt den Nutzen der Hochmoselbrücke. Das sehen viele Volksfreund.de-Leser anders, wie Kommentare in Facebook auf einen Leseraufruf der Wittlicher TV-Redaktion zeigen. Von Wittlich nach Mainz spare man bis zu 25 Minuten.

Ist der 175 Millionen Euro teure Hochmoselübergang, der Eifel und Hunsrück verbindet, ein Flop? Man könnte es fast meinen, denn laut Expertenurteil meidet der Fernverkehr aus Antwerpen offenbar die Hochmoselbrücke.

Das behauptet Professor Rudolf Juchelka von der Uni Duisburg-Essen. Demnach sei das vor knapp drei Wochen für den Verkehr freigegebene Projekt der B 50 neu, politisch motiviert und stelle eine typische Beton-Investition der 1970er- und 1980er Jahre dar.

Aus seiner Sicht sei man vielmehr bemüht, den Frachtverkehr auf Schiene und Wasser umzulenken. Auch der niederländische Transportverband TLN äußerte nur zwei Wochen nach Inbetriebnahme der Straße bereits Kritik (TV vom 4. Dezember). Gleichwohl wird von Expertenseite eine Zeit- und Kilometerersparnis für die Pendler in der Region erwartet. Das bestätigen auch die ersten Kommentare auf den Facebook-Seiten des Trierischen Volksfreunds, in denen sich viele Pendler äußern, aber auch Langstreckenfahrer zu Wort kommen.

Die Kurzstrecke Dass der Hochmoselübergang besonders den Berufspendlern in der Region Zeit und Kilometer erspare, zeigen viele Beiträge. So müsse man sich nun nicht mehr den Mülheimer Berg „hochquälen“, wenn man von Wittlich aus Richtung Hunsrück fahren wolle. Besonders schwierig sei diese Fahrt, wenn ein Lastwagen auf der Strecke sei.

Es sei sinnvoll gewesen, den Ausbau bis zum Hahn parallel zum Brückenbau voranzutreiben. Aber: Man könne nicht immer alles haben. Ein weiterer Pendler, der von Niederkail nach Traben-Trarbach zur Arbeit fahren muss, spart durch die Brücke den morgendlichen Stau als Linksabbieger auf der A 60 bei der Abfahrt Wittlich-West im Durchschnitt 20 Minuten Auch die Strecke von Wittlich nach Morbach verkürze sich im Berufsverkehr sogar um 20 Minuten, berichten gleich mehrere Leser. Auch die Strecke Morbach-Bausendorf verkürze sich um zirka 20 Minuten.

Die Langstrecke Ein Leser stellt zum Beispiel fest, dass die Fernverkehrsroute von Rotterdam nach Frankfurt über den Hochmoselübergang zeitlich besser zu kalkulieren sei als über Mönchengladbach (A 61). Zudem sei ein seriöser Vergleich erst zulässig, wenn die B 50 neu bis zum Hahn ausgebaut sei.

Dort gibt es derzeit noch einen Engpass, da die Strecke dort nur zweistreifig ist. Ein weiterer User weist darauf hin, dass das Kreuz Wittlich wegen der Baustelle auf der A 1 momentan gesperrt sei, deshalb sollte man erst einmal abwarten, wie sich der Verkehr entwickle, wenn die Verbindung wieder frei sei.

Ein Leser hat herausgefunden, dass er von Wittlich bis Ginsheim-Gustavsburg (bei Mainz) 25 Minuten Fahrzeit einspare. Diese Strecke hat eine Länge von 132 Kilometer.