Ein fast vergessener Brauch

Kräutern werden heilende Kräfte zugesprochen. Deshalb gibt es den Brauch, sie an Mariä Himmelfahrt segnen zu lassen. In Longkamp brachten auch viele Kinder Kräuterbündel mit in die Messe.

Longkamp. (red) Der Brauch der Kräutersegnung am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel (15. August) wird in der Pfarrei St. Andreas Longkamp schon sehr lange gefeiert. Gerade viele der älteren Gemeindemitglieder erinnern sich gerne daran, dass man in ihrer Jugend den sogenannten "Kräuterwisch" oder die "Welkstang", also ein Kräuterbündel, mit zur Messe brachte, um es dort segnen zu lassen und es getrocknet im folgenden Jahr zu Hause aufzubewahren. Auch in diesem Jahr kamen wieder viele Menschen mit Kräuterbündeln in den Sonntagsgottesdienst - auch zahlreiche Kinder. Wenn die Kräuter im Festgottesdienst an Mariä Himmelfahrt gesegnet werden, soll dies der Dank an Gott für die Kräuter mit ihren heilenden Kräften sein. Sie stehen als Sinnbilder für das Heil, das Gott den Menschen schenkt, auch als Dank an Maria, die als Mutter Gottes dem Heil in der Person von Jesus Christus den Weg in die irdische Welt bereitet hat.

Bei der Zahl der im Bündel vertretenen Kräuter wird vielerorts auf symbolische heilige Zahlen geachtet, also etwa auf die Drei (Hinweis auf die Dreifaltigkeit), die Sieben (Sakramente, Gaben des heiligen Geistes), die Zwölf (Apostel, Stämme Israels) beziehungsweise deren Vervielfachung.