Ein Finanzamt - drei Standorte
Daun/Wittlich/Bernkastel-Kues · Die beiden Finanzämter Bernkastel-Wittlich und Daun mit ihren drei Standorten werden am 1. Dezember am Standort Wittlich zusammengelegt. Service-Center bleiben jedoch in Daun, Wittlich und Bernkastel-Kues erhalten. Insgesamt wird mit Einsparungen von bis zu 1,9 Millionen Euro im Jahr gerechnet.
Daun/Wittlich/Bernkastel-Kues. Das Land Rheinland-Pfalz will Kosten senken und legt im Rahmen der Strukturreform die Finanzämter Bernkastel-Wittlich und Daun zusammen. Am 1. Dezember 2014 werden die beiden Finanzämter Bernkastel-Wittlich und Daun zum neuen Finanzamt Wittlich fusionieren. Das Land plane, so der Wittlicher Geschäftsstellenleiter Leo Raskob, durch die Schaffung größerer Einheiten im Rahmen der Strukturreform langfristig Kosten zu sparen. Aktuell geht es nun um drei Stellen, die zu einer einzigen zusammengefasst werden, so Raskob. Es handelt sich konkret um einen sogenannten Funktionsdienstposten, der besonders schwierige Steuerfälle bearbeitet. Während bislang an allen drei Standorten eine solche Stelle war, wird es in Zukunft nur noch einen Mitarbeiter am Wittlicher Standort für diese Aufgabe geben.
"Vor die Tür wird aber keiner gesetzt," sagt Raskob. Die Personaleinsparungen würden durch "natürliche Abgänge" - sprich Pensionierungen - oder durch Umbesetzungen geregelt. Denn in Daun ist auch die Landesfinanzkasse beheimatet. Diese soll ehemalige Mitarbeiter des Dauner Finanzamtes übernehmen. Die Landesfinanzkasse, die früher weitere Standorte in Montabaur und Pirmasens hatte, ist nämlich am Standort Daun zentralisiert worden, erläutert Wiebke Girolstein vom Landesamt für Steuern in Koblenz. Dort, wo bisher 60 Mitarbeiter tätig sind, soll auf 88 Mitarbeiter aufgestockt werden. Zur Fusion der Finanzämter sagt Girolstein: "Es werden keine Mitarbeiter entlassen." Dennoch rechne man mit einer Kostenersparnis von bis zu 1,9 Millionen Euro im Jahr. "Das hängt damit zusammen, dass wir durch die Zusammenlegungen der Dienststellen auch Gebäudemieten einsparen," erläutert Girolstein den Effekt, der durch das Abschmelzen einiger Stellen durch Pensionierungen verstärkt werde. Von den insgesamt 280 Mitarbeitern des neuen Finanzamts in Wittlich werden wiederum einige in Bernkastel-Kues und Daun bleiben, denn die Finanzverwaltung wird dort Service-Center einrichten. Damit sei die Versorgung vor Ort weiterhin gewährleistet, erklärt Leo Raskob. Für die Bürger bedeutet das aber auch, dass sämtliche Fälle, die bislang in Bernkastel-Kues und in Daun bearbeitet wurden, neue Steuernummern erhalten. Die in Wittlich bearbeiteten Fälle erhalten nur dann eine neue Nummer, wenn Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft oder Weinbau erzielt wurden. Wie Wiebke Girolstein mitteilt, werden diese Bürger per Post über die neuen Nummern informiert. Diese Nummer ist wichtig für die Kommunikation mit Finanzamt und Steuerberater und sollte aufbewahrt werden.Extra
Das Finanzamt ordnet jeder steuerpflichtigen Person eine entsprechende Nummer zu. Es gibt vier unterschiedliche Varianten: Die Steuer-Identifikationsnummer, die pro Person lebenslang gilt, und die Steuernummer, die wiederum variabel ist. Die Steuer-Identifikationsnummer nimmt man hingegen bei einem Umzug mit. Außerdem gibt es die eTin. Mit eTin wird eine Nummer bezeichnet, die für die elektronische Steuererklärung ("Elster") verwendet wird . hpl