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Ein Forstwirt führt die Landjugend im Kreis

Ein Forstwirt führt die Landjugend im Kreis

Nicht nur für die Nachwuchsbauern ist der Landjugendverband da. Vielmehr können alle, die sich dem Landleben verbunden fühlen, dort mitmachen. Das sind im Kreis Bernkastel-Wittlich 101 junge Menschen. Seit kurzem ist der 27-jährige Tobias Scherer aus Morbach ihr Vorsitzender.

Bernkastel-Wittlich/Morbach. Tobias Scherer ist kein Mann der großen, aber ein Mann der klaren Worte. So sagte er beispielsweise jüngst bei der Aschermittwochstagung des Bauern- und Winzerverbandes Bernkastel-Wittlich ohne große Umschweife, was er sich für die Zukunft für die Landjugend im Kreis Bernkastel-Wittlich wünscht: Auch außerhalb des Hunsrücks müssten sich mehr Mitglieder an den Aktivitäten der Landjugend beteiligen.
Grüner Beruf


"Wir wären froh, wenn sich noch einige aus dem Bereich Wittlich oder Manderscheid bei uns einbringen würden, denn es sind fast nur Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Bereich Morbach, die aktiv sind", sagt Scherer, "das sieht man auch im Vorstand. Alle bis auf einen sind aus dieser Ecke." Ansonsten aber ist er mit der Arbeit in der Landjugend zufrieden. "Wir machen im Jahr acht bis zehn Veranstaltungen, vom Ausflug auf die Kartbahn, über Betriebsbesichtigungen, bis zur Vorführungen der Dreschmaschine auf Dorfjubiläen, wie bei der 800-Jahr-Feier in Merscheid", sagt der 27-jährige Forstwirt.
Dass Tobias Scherer als Nicht-Landwirt zum Vorsitzenden der Landjugend ernannt wurde, ist für ihn nichts Besonderes. Denn die meisten Mitglieder der Landjugend seien keine Bauern, sagt er: "Das ist kein Problem. Mein Opa war Landwirt, ich helfe auch in der Landwirtschaft aus und als Forstwirt bin ich ja aus einem grünen Beruf." Der 27-Jährige betont: "Es geht ja auch um den Zusammenhalt der Jugend auf dem Land, dass man zum Land und dem Leben dort steht."
Die Probleme der jungen Landwirte seien auch nicht so verschieden wie die anderer Jugendlicher, meint Rotraud Weber, Geschäftsführerin der Landjugend Rheinland-Nassau. "Im ländlichen Raum ist die Mobilität, solange die Jugendlichen kein eigenes Auto haben, ein großes Thema, und auch die teilweise mangelhafte Breitbandversorgung ist ein großes Problem", sagt sie. Ein weiterer Diskussionspunkt bei den jungen Landwirten sei die oft pauschale Verurteilung durch die Medien bei Agrarproblemen. Sie erklärt: "Sie sehen sich nicht als Tierquäler oder Umweltverschmutzer, sondern als verantwortliche und nachhaltig wirtschaftende Berufsgruppe." Die große Politik steht zumindest aktuell bei der Landjugend im Kreis nicht im Mittelpunkt. Nächster Termin auf ihrer Agenda: der Ausflug auf die Kartbahn im März.
Extra

Die Landjugend Rheinland-Nassau wurde 1975 gegründet. Seitdem gibt es auch die Landjugend Bernkastel-Wittlich. Die Landjugendarbeit soll Jugendliche auf die Übernahme öffentlicher und beruflicher Verantwortung vorbereiten. Die Unterstützung des Nachwuchses des landwirtschaftlichen Berufsstandes ist ferner ein wesentlicher Pfeiler der Arbeit. Alle Jugendlichen des ländlichen Raums, die sich mit den Zielen der Satzung verbunden fühlen, können Mitglied werden. chb