Auslese : Ein Fräulein von der Mosel

Wie klingt eigentlich der „Sound of Riesling“, und wo steckt „Fräulein Mosel“? Wer das erfahren möchte, muss dieser Tage die große Fachmesse ProWein in Düsseldorf besuchen. Dort präsentieren nämlich 58 Winzer von der Mosel ihre neuen Produkte. Die Bezeichnung „Fräulein Mosel“ haben sich Annette und Nick Köwerich aus Leiwen für einen Kabinett einfallen lassen.  Schon vor 18 Jahren sorgten sie für Aufsehen, als sie einen trockenen RIesling mit „Einblick No.1“ bezeichnet hatten.

Es ist eben nicht nur die Ware selbst, die verkauft werden kann, sondern auch ein einprägsamer Name, der sich leicht merken lässt. Allzuoft erinnert man sich zwar an den Geschmack eines  guten Weins, hat aber die genaue Bezeichnung vergessen und kann dem interessierten Freund nur mit dem Satz „Ach, das war ein feinherber Kabinett von der Ruwer, aber ich weiß nicht mehr welche Lage das war ....“ antworten. Das hilft natürlich nicht weiter. „Fräulein Mosel“ jedoch prägt sich viel schneller ein.

 Ein paar weitere aktuelle Beispiele von der Messe: Christoph Koenen  kreierte schon Weine mit Namen wie etwa „Leichtes Möselchen“ und  „Schiefertanz“. Nun trumpft er  mit zwei   Weinen mit der Bezeichnung  „Sound of Riesling“ auf: ein trockener und ein feinherber Riesling.

Frank Brohl aus Pünderich wiederum stellt unter dem Namen „Ich bin Riesling“ ein trockenes Hochgewächs  vor.

Familie Rauen aus Thörnich  nennt ihre Weine „Hinkellay“, „vom Schieferfels“ und „Meilenstein“. Winzer Oliver Platz  aus Lieser setzt auf Namen wie „Platz an der Sonne“, „Lieblingsplatz“ oder  „Plätzchen“.

Ob sich diese Vermarktungsstrategie wohl verbreiten wird?  Gute Weine werden sich so vielleicht sogar besser durchsetzen – und  auch einen schlechten Wein wird man sich besser merken können, wenn er einen prägnanten Namen trägt.