1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Ein Freibadbesuch im Wittlicher Vitelliusbad während der Corona-Krise

Ein Freibadbesuch während der Corona-Krise : „Das ist Genuss-Schwimmen“

Ein Besuch im Vitelliusbad zeigt: Auch unter den Hygiene- und Abstandsregeln der Corona-Pandemie kann schwimmen Spaß machen.

Wegen der Corona-Pandemie gelten in diesem Sommer in den Freibädern der Region besondere Hygiene-Regeln: Reservierung, begrenzte Personenzahl in den Bädern, bestimmte Nutzungsfenster, neue Regeln in den Becken für Schwimmer. Wir haben den Test gemacht und sind im Vitelliusbad Probe geschwommen.

Die Reservierung: Problemlos funktionierte die Reservierung für das Schwimmfenster am Donnerstagmorgen im Internet. Der Ablauf ist übersichtlich, leicht zu verstehen und einfach auszuführen. Reserviert werden kann für die aktuelle und die kommende Kalenderwoche. Netter Bonus: bei der Reservierung auf www.wittlich.de kann der Nutzer sehen, wie viele andere Schwimmer bereits für das Fenster gebucht haben zumindest zum Zeitpunkt der Buchung. Per E-Mail bekommt man eine fünfstellige Nummer, die man am Eingang des Bads nennen muss, vorher müssen im Internet die Kontaktdaten hinterlassen werden.

Zwar kommen immer wieder Gäste, die aus verschiedenen Gründen wie einem fehlenden Internetanschluss nicht online reserviert haben, wie Badebetriebsleiter Thomas Berens bestätigt, aber auch dann versuche man, wenn es noch freie Plätze im Zeitfenster gebe, den Besucher ins Schwimmbad zu lassen. Allerdings wird es an den derzeit heißen Nachmittagen schwierig, bereits am Mittwoch habe es mehr Andrang im zweiten Zeitfenster gegeben. Wie Rainer Stöckicht, Pressesprecher der Stadt Wittlich sagt, sei am Donnerstagnachmittag wohl mit der maximalen Gästezahl von 300 zu rechnen. Zum Vergleich: Vor Corona waren an heißen und gut besuchten tagen rund 3500 Menschen im Bad.

Die Auflagen: Derzeit sind Attraktionen wie die Rutsche oder der Springturm geschlossen, Bolzplatz oder Beachvolleyballfeld habe man aber wieder öffnen dürfen, wie Berens – seit 1. August 1976 Schwimmmeister und damit einer der dienstältesten in der Region – sagt, natürlich unter den vorgegebenen Corona-Regeln. In der kommenden Woche seien vermutlich auch die Fliesenleger fertig und man könne das Planschbecken öffnen. Warmwasserduschen und Umkleiden sind derzeit ebenso wie die Bänke im Außenbereich gesperrt. Im Schwimmerbecken dürfen maximal 25 Menschen gleichzeitig ihre Bahnen ziehen, auf der einen Seite der abgrenzten Doppelbahn hin, oder der anderen zurück (unter Schwimmern gilt diese Regel übrigens auch in Nicht-Corona-Zeiten).

Der Besuch: Donnerstagmorgen, 9.15 Uhr, knapp über 20 Grad, im Bad herrscht angenehmer Betrieb. Die Wassertemperatur im Schwimmerbecken, dem kältesten, liegt laut Berens bei knapp über 26 Grad. Das würde auch bei einstelligen Außentemperaturen zum (Sport-)Schwimmen ausreichen, denn: Je kälter die Außentemperatur, desto wärmer kommt dem Nutzer das Wasser vor, wenn er ins Becken steigt. Auf den Schwimmerbahnen ist ausreichend Platz, jeder hält sich an die Regeln. Auch die anderen Becken werden genutzt, auf der großzügigen Liegewiese machen es sich die ersten gemütlich. Die Stimmung unter den Besuchern ist gut, man kennt sich, man plaudert, winkt sich zu, genießt es, wieder lange Bahnen (in den meisten Hallenbädern gibt es nur 25-Meter-Bahnen) unter freiem Himmel zu ziehen oder einfach nur, sich zu treffen. Das bestätigt auch die Stadt, die von „zufriedenen Badegästen, die froh sind, dass das Vitelliusbad wieder geöffnet hat“, berichtet. Thomas Berens sagt: „Das ist doch Genuss-Schwimmen hier“, und meint damit die vergleichsweise niedrige Besucherzahl bei den aktuell hohen Temperaturen, den Zustand des Bads mit seinen saftig grünen Rasenflächen („Wir haben seit 1992 eine Sprengleranlage für den Rasen“) und den Platz, den es bietet.

Das Fazit: Wer jetzt nicht schwimmen geht, ist selbst schuld. Trotz Corona und den damit verbundenen Auflagen macht der Besuch des Bads Laune. Deshalb sollten die Menschen – egal ob in Wittlich, Manderscheid, Kröv, Morbach oder Bernkastel-Kues – den Luxus, den die Kommunen ihnen mit einem aktuell geöffneten Schwimmbad bieten, nutzen.

 Testbesuch Vitelliusbad Corona
Testbesuch Vitelliusbad Corona Foto: TV/Petra Willems

Weitere Fotos vom Besuch im Vitelliusbad im Internet unter www.volksfreund.de