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Ein ganzer Stadtteil benötigt Hilfe

Ein ganzer Stadtteil benötigt Hilfe

Schlechte Bausubstanz, leere Häuser, zu viel Schwerlastverkehr auf engen Straßen. Im Stadtteil Trarbach sinkt die Lebensqualität kontinuierlich. Doch es gibt Leute, die nicht aufgeben und Chancen sehen.

Traben-Trarbach. Quo Vadis Trarbach? Auch Leute ohne Lateinkenntnisse wissen, was damit gemeint ist. Wohin führt dein Weg Trarbach? Wie sieht deine Zukunft aus? Die Initiative Leben in Trarbach (siehe Extra) macht sich darüber Gedanken. Sie will die Bürger, auch die aus den Stadtteilen Traben, Wolf und Kautenbach auf den Weg in eine möglichst bessere Zukunft mitnehmen. Erste Gelegenheit dazu besteht am kommenden Montag, 21. Juli, ab 19.30 Uhr bei einem Informations- und Diskussionsabend im Stadthaus Alter Bahnhof in Traben.
Doch der Reihe nach: Die Probleme sind nicht neu und bereits oft thematisiert worden. Im sehr engen Zentrum von Trarbach rund um das Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde stehen viele Häuser leer. Und durch das enge Zentrum, besonders durch die Moselstraße und die Schottstraße, fließt einiges an Schwerlastverkehr vom Hunsrück in die Stadt. Ein weiteres Problem: In Trarbach gibt es kein Geschäft für die Grundversorgung. Pläne auf dem Gelände der ehemaligen Autowerkstatt Ziefer einen Supermarkt zu errichten, scheiterten in letzter Minute, berichten Jürgen Kullmann, einer der Initiatoren der Initiative und Stadtbürgermeister Patrice Langer (SPD).Werden Stadtplaner eingestellt?


Das neue Stadtoberhaupt, erst wenige Tage im Amt, weiß um die Dringlichkeit und die Brisanz. Er hat sie zum Beispiel auch beim TV-Forum vor der Bürgermeisterwahl deutlich gemacht - genau wie die Gegenkandidaten von CDU und ÖDP. In zwei Wochen gebe es ein Gespräch mit dem Landesbetrieb Mobilität Straße (LBM), berichtet Langer. Auch Gerhard Lettl von der Initiative hat bereits zum LBM Kontakt aufgenommen. Die Pläne für die Sanierung der Straßen (Schottstraße, Moselstraße, Grabenstraße, Weiherstraße etc.) werde der LBM im September öffentlich vorstellen. Das habe ihm Leiterin Edeltrud Bayer versprochen.
Auch mit der Denkmalpflege werde weiter gesprochen. Der Wunsch: Dort wo leer stehende Häuser sind, ein Teil befindet sich bereits in städtischem Besitz, soll nach einem Abriss nicht unbedingt neu gebaut werden. "Wir wollen Freiraum und Luft", betonen Kullmann und Lettl. Zum Beispiel am Standort der alten Polizeiwache, wo es bereits Pläne für einen kleinen Platz für die Bürger gibt (der TV berichtete). Vieles sei natürlich eine Frage des Geldes aber mit Eigeninitiative und Hilfe zur Selbsthilfe sei manches möglich. Der Stadtteil Trarbach habe eine Chance, glauben die Initiatoren.
Die Veranstaltung am kommenden Montag ist ausdrücklich überparteilich ausgelegt, auch wenn mit Andreas Hartenfels ein Landtagsabgeordneter der Grünen Perspektiven und Visionen aufzeigen will. "Er ist ein ausgewiesener Fachmann für Raum- und Stadtplanung", betont Lettl.
In weiteren Vorträgen geht es unter anderem auch um Fördermöglichkeiten. Die Zuhörer können sich natürlich auch einbringen.
Es wird mit Sicherheit auch diskutiert, ob wieder ein Stadtplaner eingestellt werden soll. Anfang der 1990er Jahre gab es solch einen Fachmann in Diensten der VG. Nach seinem plötzlichen Tod verwaiste die Stelle.Extra

Die Initiative Leben in Trarbach hat sich Anfang Mai gegründet. Nach Angaben von Gerhard Lettl besteht der harte Kern aus zehn bis 15 Personen. "Wir wollen Aufmerksamkeit erregen", sagt Lettl. Das haben sie bereits geschafft. Mehr als 400 Bürger haben bisher eine Eingabe unterschrieben, die dem Stadtrat überreicht werden soll. Inhalt: Die L190, die vom Hunsrück über Irmenach in die Stadt führt, soll nur noch von Lastwagen befahren werden dürfen, die Trarbach als Ziel haben. Wer nach Traben will, dort gibt es viele Firmen, soll zum Beispiel den Zeller Berg nutzen oder nach ihrer Fertigstellung die B 50 neu. cb