Ein Herz und eine Sängerseele

Vor 90 Jahren als reiner Männerverein gegründet, singen seit 1990 im Piesporter Männergesangsverein Eintracht auch Frauen. Mit einem Liederabend, an dem zehn Gastvereine mitwirken, wird das Jubiläum gefeiert.

Piesport. Groß gefeiert wird zwar der 90. Geburtstag. Doch wenige Wochen vor Beginn des neuen Jahres könnten die 26 Sänger - darunter zehn Männer - auch ein zweites Jubiläum feiern. Denn seit knapp 25 Jahren sind die Aktiven des Piesporter Männergesangsvereins (MGV) Eintracht mit Frauenchor ein Herz und eine Seele. Für den 14. Dezember sind daher - unabhängig vom Jubiläums-Liederabend am Samstag - vereinsintern Ehrungen geplant. Gewürdigt werden dann vor allem Frauen. Denn der ursprünglich reine Männerchor beschloss 1990, sich als Gemischter Chor auch ihnen zu öffnen, was etliche Ehepartnerinnen nutzten.
"Ohne die Frauen gäbe es den Chor nicht mehr", ist Dirigent Thomas Diedrich überzeugt. Angesichts des sich drastisch wandelnden Vereinslebens sieht er die lebendige Chorgemeinschaft als Modell auch für andere Dörfer. Täglich gingen Vereine kaputt, womit Traditionen endeten.
Doch abgesehen davon schätzen die Sänger vor allem die Geselligkeit. "Es macht einfach Spaß", sagt Heinz Bottler, mit 74 Jahren der älteste Chorsänger. Vor allem hätten sie "viel mehr Unterhaltung" als der frühere reine Männerchor, räumt er schmunzelnd ein.
Am längsten dabei ist Oswald Pauly (74), der schon als 14-Jähriger im Chor sang. Der Verein verdankt ihm ein echtes Schmuckstück, den von ihm gebauten Notenschrank mit geschnitzten Eichenholztüren.
Auch die Frauen sind begeistert dabei. Die ältesten, Maria Schmitt (84) und die acht Tage jüngere Marga Mertes, freuen sich immer auf die Proben. Sie wollten "den Gesang, die schönen Stunden und die Gesellschaft" nicht mehr missen. Dabei seien sie nur eingesprungen, weil "die Männer um Hilfe riefen", sagt Mertes.
Bemerkenswert am Chor ist, dass sich die jüngsten Mitglieder, Marion Klas (54) und Egon Ostermeier (56), ebenso wohl fühlen wie zwei "Neue": Magret Güldner (65) und Angelika Esseln (62), die vor drei Jahren die Liebe aus Karlsruhe an die Mosel führte. Inmitten "lauter netter Leute" habe sie sich schnell eingelebt. Das gute Miteinander spiegelt sich im Vorstand wider. Laut Marianne Seibel, der Vorsitzenden, ist er mit je vier Frauen und Männern paritätisch besetzt.
"Die Atmosphäre im Gemischen Chor ist einfach gut", sagt Dirigent Diedrich, mit 50 Jahren der Jüngste von allen. Seit 1990 ist er Chorleiter und hat "noch keineProbe bereut". Er ist nicht nur zufrieden mit seinen Sängern, sondern weiß es auch zu schätzen, hinterher noch in geselliger Runde zusammenzusitzen.
Gefeiert wird am Samstag, 22. November, ab 19.30 Uhr in der Moseltalhalle. Den Liederabend mitgestalten werden zehn Gastvereine. Darunter aus dem Ort das Mandolinenorchester Evergreens mit Solisten und die Winzerkapelle Moselloreley.