Ein Himmelreich für Göttingen

Neun Weinfreunde aus Göttingen haben drei Parzellen im "Zeltinger Himmelreich" gekauft und sind nun stolze Weinbergsbesitzer. Eigens dafür haben sie die "Göttinger Weinbergsbesitzer KG" gegründet. Winzermeister Martin Schömann wird die Fläche bewirtschaften und den Wein im Sinne der Weinfreunde ausbauen.

Zeltingen-Rachtig. (mü) Gut gelaunt sitzen Philipp Bremer, Werner Freund, Michel Roeder, Wolfgang Spauszus und Stefan Vater im Weingut bei Martin Schömann. Sie haben einen guten Grund zur Freude, denn gemeinsam mit Uwe Bangert, Torsten Helden, Maximilian Roeder und Dirk Steinhoff haben sie 0,358 Hektar Weinberg im "Zeltinger Himmelreich" gekauft. Winzermeister Schömann wird die Rebfläche bewirtschaften und freut sich schon jetzt auf die vielfältige Hilfe seiner Verpächter. "Das ist eine Wahnsinnschance für unseren Betrieb und das ‚Zeltinger Himmelreich'", ist er sich sicher.

Es ist beeindruckend, wenn sich Verbraucher so stark mit ihrem Produkt identifizieren. Man sieht dem Göttinger Weinhändler Philipp Bremer seinen Stolz an, dass er nun Steillagen-Weinbergsbesitzer in zentraler Lage ist. Im Januar 2009 noch hat er ein Referat anlässlich der Bernkasteler Weinbautage über Marketing gehalten; ein zentrales Thema, denn es geht um den Weinabsatz.

Sehr eindrucksvoll hat er nun die Theorie in die Praxis umgesetzt und ganz nebenbei den Steillagenweinbergen im Himmelreich einen Imagegewinn beschert.

Die berufliche Mischung der neuen Weinbergsbesitzer ist nahezu perfekt. Es sind Banker, Weinhändler, Grafikdesigner und ein Gastronom und somit Multiplikatoren mit Absatzgarantie. Juristisch haben sie die "Göttinger Weinbergsbesitzer KG" gegründet. In ihrem Logo haben sie das Wahrzeichen der Universitätsstadt Göttingen, die Jugendstilfigur des "Gänseliesel", an eine Rieslingtraube gelehnt.

Gastronom Werner Freund aus Dieterode wollte schon immer einen Weinberg kaufen. "Ein Wein aus meinem eigenen Weinberg in meinem Restaurant St. Georges hat eine ganz andere Identität", ist sich Freund sicher.

Das weinfrohe Nonett hat sich beim Dämmerschoppen im Weinladen Bremer kennengelernt. "Moselwein hat in meinem Leben schon immer einen großen Stellenwert", erinnert sich Philipp Bremer. Seit 30 Jahren gibt es Geschäftsbeziehungen der Weinhandlung Bremer zu Martin Schömann. In der langen Zeit hat sich ein großes Vertrauensverhältnis aufgebaut, das nun das Fundament für die Göttinger Weinbergsbesitzer ist.